Anmerkungen Kapitel VI: Endgültiger Abschied von Christentum und Kirche

Endgültiger Abschied von Christentum und Kirche

Warum ich kein Christ sein will”, Uwe Lehn­ert

1 Ger­hard Szczes­ny: Die Zukun­ft des Unglaubens – Zeit­gemäße Betra­ch­tun­gen eines Nichtchris­ten. Paul List Ver­lag, München 195859, 220 S.

2 Der § 175 des Strafge­set­zbuch­es for­mulierte in sein­er Fas­sung von 1935: »Ein Mann, der mit einem anderen Mann Unzucht treibt oder sich von ihm zur Unzucht mißbrauchen lässt, wird mit Gefäng­nis bestraft. Bei einem Beteiligten, der zur Zeit der Tat noch nicht 21 Jahre alt war, kann das Gericht in beson­ders leicht­en Fällen von ein­er Strafe abse­hen.« Unzucht lag nach ein­er Def­i­n­i­tion des Reichs­gerichts dann vor, wenn »objek­tiv das all­ge­meine Schamge­fühl ver­let­zt und sub­jek­tiv die wol­lüstige Absicht vorhan­den war, die Sin­nes­lust eines der bei­den Män­ner oder eines Drit­ten zu erre­gen.« Das Straf­maß lag zwis­chen 6 Monat­en Gefäng­nis und 10 Jahren Zuchthaus in beson­ders schw­eren Fällen. Während der nation­al-sozial­is­tis­chen Herrschaft wurde der Para­graph ver­schärft. Homo­sex­uelle Män­ner wur­den ins Konzen­tra­tionslager ein­geliefert, sie kamen teil­weise sog­ar nach ihrer Befreiung im Jahre 1945 erneut in Gefäng­nishaft. Der Para­graph hat­te – wenn auch mit abnehmender Inanspruch­nahme durch Polizei und Staat­san­waltschaften und Entschär­fung im Jahre 1969 – Gültigkeit bis 1994!

3 Mehr zur Human­is­tis­chen Union bei Wikipedia:
de.wikipedia.org/wiki/Humanistische_Union

4 In der Fas­sung der Ein­heit­süber­set­zung (»Neues und Altes Tes­ta­ment«, gemein­sam hrsg. von den katholis­chen und evan­ge­lis­chen Kirchen Deutsch­lands, Öster­re­ichs und der Schweiz, Herder Ver­lag, Freiburg, Basel, Wien 1980) lautet dieser Spruch wie fol­gt: »Rufe mich an am Tag der Not; dann rette ich dich und du wirst mich ehren.« Dem Sinn nach drückt er das­selbe aus, wenn auch die For­mulierung »und du wirst mich ehren« weniger her­risch und selb­s­ther­rlich wirkt als das »so sollst du mich preisen«. Im Übri­gen eines von vie­len Beispie­len für »entschär­fende« For­mulierun­gen der Ein­heit­süber­set­zung, um Bibel­worte gegenüber zum Beispiel der wörtlicheren Luther-Über­set­zung weniger archaisch, grausam oder befremdlich erscheinen zu lassen.

5 Zitiert aus den ein­lei­t­en­den Tex­ten »Das Alte Tes­ta­ment« und »Das Neue Tes­ta­ment« der Ein­heit­süber­set­zung, 1980, hier S. 1–2 und S. 1079. (Achtung: Es gibt unter­schiedlich seiten­num­merierte Aus­gaben!)

6 Kat­e­chis­mus der katholis­chen Kirche. Zusam­mengestellt unter Leitung des Kar­di­nals Joseph Ratzinger und hrsg. von Papst Johannes Paul II., 11.10.1992. Die deutsche Aus­gabe erschien im Old­en­bourg Ver­lag, München 1993, 816 S. 2003 und 2005 erschienen neue Aus­gaben mit iden­tis­ch­er Ein­teilung und nur ger­ingfügi­gen Änderun­gen.

7 Uta Ranke-Heine­mann: Nein und Amen – Mein Abschied vom tra­di­tionellen Chris­ten­tum. Heyne Ver­lag, München 2002, 5., ergänzte Neuau­flage, 446 S., hier S. 29–30. Die The­olo­gin Ranke-Heine­mann stellt in diesem Buch u. a. den derzeit­i­gen the­ol­o­gis­chen Forschungs­stand zusam­men. Ein ins­ge­samt sehr lesenswertes Buch.

Bemerkenswert ist, dass der Geburtsmonat von Jesus nach neueren Erken­nt­nis­sen im März, im Som­mer oder Herb­st gele­gen haben kön­nte. Man recher­chiere im Inter­net mit den Stich­worten »Jesus Geburtsmonat«.

8 Siehe z. B. Uta Ranke-Heine­mann: Nein und Amen; siehe Anm. 7! Hier ins­bes. Kapi­tel 16: Fälschun­gen und falsche Autoren. Fern­er: Karl­heinz Deschn­er: Der gefälschte Glaube – Eine kri­tis­che Betra­ch­tung kirch­lich­er Lehren und ihrer his­torischen Hin­ter­gründe. Kne­se­beck Ver­lag, München 2004, 280 S.

Jesus-Forschung – Dop­pelt oder nichts. Spiegel-Online, 03.06.1996:
www.spiegel.de/spiegel/print/d‑8931363.html

9 Gerd Lüde­mann: Der große Betrug – Und was Jesus wirk­lich sagte. Ver­lag zu Klam­p­en, Lüneb­urg 2002, 125 S. (1. Auflage 1998). Auf den Seit­en des Buch­versenders Ama­zon habe ich dazu eine Rezen­sion eingestellt:
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Gerd Lüde­mann: Der echte Jesus – Seine his­torischen Tat­en und Worte. Ver­lag zu Klam­p­en, Lüneb­urg 2013, 117 S. Auf den Seit­en des Buch­versenders Ama­zon habe ich dazu eine Rezen­sion eingestellt:
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Für seine Forschungsergeb­nisse und deren Veröf­fentlichung »büßte« Lüde­mann mit Entzug der Prü­fungs­berech­ti­gung für evan­ge­lis­che The­olo­gi­es­tu­den­ten, Per­son­al- und Mit­telkürzung und Ver­lust sein­er The­olo­gie-Pro­fes­sur an der Uni­ver­sität Göt­tin­gen; diese wurde in eine Pro­fes­sur für Geschichte und Lit­er­atur des alten Chris­ten­tums umgewid­met. Der katholis­che The­ologe Huber­tus Mynarek, der es zwis­chen­zeitlich immer­hin bis zum Dekan der the­ol­o­gis­chen Fakultät der Uni­ver­sität Wien gebracht hat­te und es eben­falls wagte, seine wis­senschaftlichen Erken­nt­nisse über Chris­ten­tum und Kirche öffentlich zu machen, ver­lor seine Pro­fes­sur und musste die Uni­ver­sität ganz ver­lassen. Viele The­olo­gen, die inzwis­chen zu ähn­lichen Erken­nt­nis­sen wie Lüde­mann und Mynarek gekom­men sind, ver­mei­den es jedoch tun­lichst, ihre Ansicht­en als evan­ge­lis­che oder katholis­che The­olo­gen, also als Abhängige der Kirche, öffentlich zu äußern. Sie riskierten anson­sten ihre Stel­lung an der Uni­ver­sität. Die durch Grundge­setz (Art. 5) garantierte Wis­senschafts- und Lehrfrei­heit beste­ht nicht an the­ol­o­gis­chen Fakultäten. Wer sie dort gegen die Kirche in Anspruch nimmt, läuft ern­sthaft Gefahr, sein Amt zu ver­lieren. Das Bun­desver­wal­tungs­gericht urteilte am 03.02.2005: »Ein Pro­fes­sor an der Evan­ge­lis­chen The­ol­o­gis­chen Fakultät ein­er staatlichen Hochschule übt ein kon­fes­sion­s­ge­bun­denes Amt aus. Sagt er sich öffentlich vom Chris­ten­tum los, muss er es hin­nehmen, wenn ihm auf Anre­gung der Lan­deskirche und der Fakultät anstelle des ursprünglichen kon­fes­sion­s­ge­bun­de­nen Fach­es (Neues Tes­ta­ment) das dem bish­eri­gen entsprechende reli­gion­swis­senschaftliche Fach (Geschichte und Lit­er­atur des frühen Chris­ten­tums) über­tra­gen und er aus der The­olo­ge­naus­bil­dung aus­geschlossen wird.« Das mag recht­slo­gisch in sich stim­mig sein – wie Lüde­mann selb­st kon­sta­tiert – es fragt sich nur, was die Pfar­reraus­bil­dung an ein­er staatlichen Uni­ver­sität über­haupt zu suchen hat. Wer hätte nach den trau­ri­gen Erfahrun­gen unter den Nation­al­sozial­is­ten und Kom­mu­nis­ten gedacht, dass auch heute noch Wis­senschaftler an deutschen Uni­ver­sitäten im Dien­ste ein­er Ide­olo­gie ste­hen, und das geset­zlich geregelt und mit Konko­r­datsverträ­gen (z. T. aus der Zeit des Nation­al­sozial­is­mus!) im Sinne der Kirche abgesichert. Wenn The­olo­gie Wis­senschaft sein will, und das muss sie, wenn sie sich an ein­er Uni­ver­sität befind­et, dann muss sie, wie jede andere Wis­senschaft auch, ergeb­nisof­fen arbeit­en und der Wahrheit verpflichtet sein. Das »Schick­sal« der The­olo­gen Gerd Lüde­mann und Huber­tus Mynarek ereilte z. B. auch die The­olo­gen Eugen Drew­er­mann, Uta Ranke-Heine­mann, Horst Her­rmann, Hans Küng u. v. a. m.

10 Kurt Flasch: Warum ich kein Christ bin. Ver­lag C. H. Beck, München 2013, 280 S.

Siehe auch meine den Inhalt umreißende Rezen­sion beim Buch­versender Ama­zon:
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11 Heinz-Wern­er Kub­itza: Der Jesuswahn – Wie die Chris­ten sich ihren Gott erschufen. Tec­tum Ver­lag, Mar­burg 2011, 382 S.
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12 Karl­heinz Deschn­er: Der gefälschte Glaube – Eine kri­tis­che Betra­ch­tung kirch­lich­er Lehren und ihrer his­torischen Hin­ter­gründe. Kne­se­beck Ver­lag, München 2004, 280 S.
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13 Prof. Dr. Wolf­gang Kloster­halfen, Düs­sel­dorf, führte eine monate­lange Auseinan­der­set­zung mit der Stadt­bib­lio­thek Düs­sel­dorf, der er vor­warf, neben umfan­gre­ich­er Lit­er­atur zu Chris­ten­tum und Kirche kein­er­lei aktuelle reli­gions- und kirchenkri­tis­che Schriften bere­itzuhal­ten.

Von Jan­u­ar 2012 bis Juni 2013 hat die Stadt­bücherei Düs­sel­dorf über 130 Büch­er von Autoren angeschafft, die dem Chris­ten­tum pos­i­tiv gegenüber­ste­hen. Sie weigerte sich hinge­gen, von elf von Prof. Kloster­halfen im März 2012 emp­fohle­nen kirchenkri­tis­chen Büch­ern auch nur eins anzuschaf­fen. Diese Büch­er seien, so hieß es, zu speziell. Seine Beschw­erde gegen diese Entschei­dung wurde im Rathaus mit den Stim­men der CDU und der FDP zurück­gewiesen. Mehr zu dieser Auseinan­der­set­zung hier:
www.reimbibel.de/x.htm.

14 Ich beziehe mich im Fol­gen­den auf entsprechende Fach­lit­er­atur von The­olo­gen und Kirchenkri­tik­ern. Anre­gun­gen für die fol­gen­den Bibel-Zitate habe ich daher u. a. durch die fol­gen­den, teil­weise bere­its erwäh­n­ten Büch­er bekom­men. Im Übri­gen fordere ich den Leser aus­drück­lich auf, die zitierten Bibel­stellen – ent­nom­men jew­eils der Ein­heits­bibel (vgl. Anm. 4!) – selb­st nachzule­sen und ggf. durch eigene Lek­türe der nach­fol­gend aufge­führten Büch­er zu ergänzen!

Franz Bug­gle: Denn sie wis­sen nicht, was sie glauben – Oder warum man redlicher­weise nicht mehr Christ sein kann. Alib­ri Ver­lag, Aschaf­fen­burg 2004, 445 S.

Karl­heinz Deschn­er: Aber­mals krähte der Hahn. Ver­lag Hans E. Gün­ther, Stuttgart 1968, 727 S. Karl­heinz Deschn­er: Oben ohne – Für einen göt­ter­losen Him­mel und eine priester­freie Welt. Rowohlt Ver­lag, Rein­bek bei Ham­burg 1999, 383 S.

Gerd Lüde­mann: Die Intol­er­anz des Evan­geli­ums – Erläutert an aus­gewählten Schriften des Neuen Tes­ta­ments. Zu Klam­p­en Ver­lag, Springe 2004, 270 S.

Gerd Lüde­mann: Das Unheilige in der Heili­gen Schrift – Die dun­kle Seite der Bibel. Zu Klam­p­en Ver­lag, Springe 2004, 3. Auflage, 136 S.

Huber­tus Mynarek: Her­ren und Knechte der Kirche. His­to­ria Fachver­lag für Kirchenkri­tik, Ulm-Wib­lin­gen 2004, 490 S.

Huber­tus Mynarek: Mys­tik und Ver­nun­ft. LIT Ver­lag, Mün­ster und Lon­don 2001, 2. Auflage, 255 S.

Uta Ranke-Heine­mann: Nein und Amen – Mein Abschied vom tra­di­tionellen Chris­ten­tum. Heyne Ver­lag, München 2002, 5., ergänzte Neuau­flage, 446 S.

Michael Schmidt-Salomon: Man­i­fest des evo­lu­tionären Human­is­mus – Plä­doy­er für eine zeit­gemäße Leitkul­tur. Alib­ri Ver­lag, Aschaf­fen­burg 2005, 181 S.

15 Karl­heinz Deschn­er: Krim­i­nalgeschichte des Chris­ten­tums. 10 Bände. Rowohlt Ver­lag, Rein­bek b. Ham­burg 1996 und später. Auch als DVD erhältlich über Ver­lag Direct­media Pub­lish­ing GmbH.

16 Zitiert nach Jan Ass­mann: Monothe­is­mus und die Sprache der Gewalt. Picus Ver­lag, Wien 2007, 4. Auflage, hier S. 27f, ein­schließlich der dor­ti­gen Anm. 9 und 10. Eben­falls aus assyrischen Tex­tquellen stammt der Text des (von mir im Fol­gen­den erwäh­n­ten) Kapi­tels 28, Deuteronomi­um, mit seinen unge­heuer­lichen Strafan­dro­hun­gen.

17 Kat­e­chis­mus der katholis­chen Kirche, vgl. Anm. 6! Hier Stich­wort Nr. 2357ff (Homo­sex­u­al­ität), Seite 596. Der Mediävist K. P. Jankrift berichtet über die Verurteilung von Homo­sex­uellen im Mit­te­lal­ter. So wur­den beispiel­sweise im Jahre 1409 in Augs­burg ein Ger­ber­meis­ter und vier Geistliche wegen »wider­natür­lich­er« Hand­lun­gen verurteilt. Der Ger­ber­meis­ter wurde ver­bran­nt, die vier Geistlichen wur­den in Käfige ges­per­rt, wo sie nach weni­gen Tagen eben­falls qualvoll den Tod fan­den, selb­stver­ständlich unter geistlichem Bei­s­tand. Siehe dazu: Kay Peter Jankrift: Henker, Huren, Han­delsh­er­ren – All­t­ag in ein­er mit­te­lal­ter­lichen Stadt. Klett-Cot­ta Ver­lag, Stuttgart 2008, 235 S.

18 Kirchen­präsi­dent Volk­er Jung am 05.07.2014 auf evangelisch.de:

www.evangelisch.de/inhalte/95670/05–07–2014/volker-jung-homosexualitaet-ist-ein-teil-der-schoepfung

www.evangelisch.de/inhalte/84019/03–06–2013/homosexuelle-auszuschliessen-ist-evangeliumsfeindlich

(Meine kri­tis­chen und aus­führlichen, keines­falls polemis­chen Kom­mentare wur­den in der dor­ti­gen Archiv­fas­sung lei­der gelöscht.)

19 David Berg­er veröf­fentlichte 2010 im Ull­stein-Ver­lag die Auto­bi­ogra­phie »Der heilige Schein« als Reak­tion auf die für ihn unerträglich gewor­dene Homo­pho­bie der katholis­chen Kirche:
www.amazon.de/heilige-Schein-schwuler-Theologe-katholischen/dp/3548610986

In einem Inter­view in der Münch­n­er Abendzeitung vom 04.08.2011 bekräftigte er die Zahl von 50 % homo­sex­ueller Priester in der katholis­chen Kirche.

Siehe auch: Homo­sex­u­al­ität im Vatikan – Im Zen­trum der Ver­logen­heit:
www.stern.de/panorama/gesellschaft/homosexualitaet-im-vatikan—traut-euch–frei-zu-sein—7437910.html

20 Zitiert nach Heinz-Wern­er Kub­itza: Der Jesuswahn. Tec­tum Ver­lag, Mar­burg 2011, 382 S., hier S. 270. Dort auch Angabe der Quelle.

Einen sehr guten Überblick über den Ein­fluss von Reli­gion auf die Rolle der Frau gibt der Beitrag im Human­is­tis­chen Presse­di­enst »Was Reli­gion mit Sex­u­al­ität zu tun hat« von Bar­bara Stoll­berg-Rilinger:
www.hpd.de/node/12083

21 Siehe dazu:

Peter Wen­sier­s­ki: “Kein Tag, an dem ich nicht mit Angst ins Bett ging und mit Angst auf­s­tand”. Spiegel-Online, 28.12.2006:
www.spiegel.de/politik/deutschland/heimkinder-kein-tag-an-dem-ich-nicht-mit-angst-ins-bett-ging-und-mit-angst-aufstand-a-456655.html

Peter Wen­sier­s­ki: Schläge im Namen des Her­rn: Die ver­drängte Geschichte der Heimkinder in der Bun­desre­pub­lik. Deutsche Ver­lags-Anstalt, 2006, 240 S.
www.amazon.de/Schl%C3%A4ge-Namen-Her­rn-ver­dr%C3%A4ngte-Bun­desre­pub­lik/d­p/342105892X

ZDF-Film über Heimkinder: Endlich wieder Würde. Bericht in Spiegel-Online, 04.03.2013:
www.spiegel.de/kultur/tv/zdf-film-und-alle-haben-geschwiegen-ueber-heimkinder-a-886644.html

Deutsche Bischof­skon­ferenz bit­tet Heimkinder um Verzei­hung, Juli 2016:
www.dbk.de/fileadmin/redaktion/diverse_downloads/dossiers_2016/2016–07–11_Zusammenfassung-Massnahmen-DBK-ehem-Heimkinder.pdf

22 Dass dies keine bloße Behaup­tung darstellt, kön­nen viele Psy­chother­a­peuten bestäti­gen, die Klien­ten aus stark christlich-religiösem Milieu betreuen. Ich selb­st habe auf­grund früher­er Aufla­gen vor­liegen­den Buchs mehrere Zuschriften von Frauen bekom­men, die sich – in völ­liger Verken­nung mein­er dies­bezüglichen Kom­pe­ten­zen – rat­suchend an mich wandten. Sie schilderten mir ihre psy­chis­chen Prob­leme, ins­beson­dere immer wiederkehrende Alb­träume, in denen göt­tlich­er Zorn, der Teufel und die Hölle eine sie zer­mür­bende Rolle spiel­ten. Man kann nur fas­sungs­los reg­istri­eren, dass heute und in Deutsch­land Men­schen immer noch Opfer solchen mit­te­lal­ter­lichen Aber­glaubens wer­den.

23 Kat­e­chis­mus der katholis­chen Kirche, vgl. Anm. 6! Hier Stich­wort Nr. 1033ff (Die Hölle), Seite 295.

24 Inzwis­chen ver­mutet man, den his­torischen Kern der Apoka­lypse, wie sie in der Offen­barung des Johannes beschrieben wird, ent­deckt zu haben. In der jor­danis­chen Wüste nahe der Gren­ze zu Sau­di-Ara­bi­en ist im Jahr 2006 ein gewaltiger Krater (wieder-)entdeckt wor­den, der vor knapp 10.000 Jahren ent­standen ist. Der mehr als fünf Kilo­me­ter bre­ite Krater ent­stand beim Ein­schlag eines etwa 100 Meter großen Mete­oriten. Im Offen­barung­s­text heißt es: »Da wurde etwas, das einem großen bren­nen­den Berg glich, ins Meer gewor­fen. Ein Drit­tel des Meeres wurde zu Blut. Und ein Drit­tel der Geschöpfe, die im Meer leben, kam um und ein Drit­tel der Schiffe wurde ver­nichtet. Der dritte Engel blies seine Posaune. Da fiel ein großer Stern vom Him­mel; er loderte wie eine Fack­el und fiel auf ein Drit­tel der Flüsse und auf die Quellen.« Auch die geschilderten schw­eren Erd­beben, die zent­ner­schw­eren vom Him­mel fal­l­en­den Hagel­brock­en und die alles ver­bren­nende Son­neng­lut (vgl. Off­bg., Kap. 16!) entsprechen dem, was beim Ein­schlag eines solchen gewalti­gen, mit astronomis­ch­er Geschwindigkeit ein­schla­gen­den Mete­oriten zu beobacht­en wäre.

Auch die im Alten Tes­ta­ment beschriebene große Flut dürfte tat­säch­lich stattge­fun­den haben. Forschun­gen in den 80er Jahren ergaben, dass nach Ende der let­zten Eiszeit weltweit die Tem­per­a­turen stiegen und die Gletsch­er schmolzen. Der Wasser­spiegel des Mit­telmeers stieg erhe­blich an und durch­brach schließlich die schmale Land­brücke am heuti­gen Bosporus. Die Wasser­massen ergossen sich in die tiefer gele­ge­nen Regio­nen und bilde­ten u. a. das heutige Schwarze Meer. Nach ein­er anderen The­o­rie trans­portierten die aus dem Nor­den kom­menden Flüsse die gewalti­gen Schmelzwasser­massen, die die Sint­flut bilde­ten. Das Geschehen wird auf das 6. Jahrtausend v. u. Z. datiert und kön­nte eine sehr große Zahl von Men­schen das Leben gekostet haben. Die Beispiele zeigen, dass in die Texte des Alten Tes­ta­ments sicher­lich uralte his­torische Begeben­heit­en einge­flossen sind, wenn auch – wie im Fall der Offen­barung – nur noch bruch­stück­haft erkennbar und in religiös-apoka­lyp­tisch gedeuteter Form.

25 Der The­ologe Friedrich Wil­helm Graf am 12.10.2010 in der Süd­deutschen Zeitung:
»Der mod­erne Ver­fas­sungsstaat, und speziell der Rechtsstaat in Deutsch­land, ist wei­thin gegen die Kirchen durchge­set­zt wor­den. So wurde etwa noch weit bis in die fün­fziger Jahre in den Diskursen bei­der großen Kirchen der Begriff ›Men­schen­rechte‹ eher kri­tisch gese­hen als lib­er­al­is­tis­che Verir­rung des mod­er­nen Men­schen.«

Siehe ggfs. hier:
www.jetzt.de/sz/wir-sollten-das-grundgesetz-nicht-taufen-512648

26 Franz Bug­gle: Denn sie wis­sen nicht, was sie glauben – Oder warum man redlicher­weise nicht mehr Christ sein kann. Alib­ri Ver­lag, 2004, 445 S., hier S. 62.

27 Huber­tus Mynarek: Reli­gion­s­geschichte und Beschnei­dungs­de­bat­te. Human­is­tis­ch­er Presse­di­enst, 02.11.2012:
www.hpd.de/node/14258?nopaging=1

Prof. Dr. Huber­tus Mynarek war bis 1972 Dekan der katholis­chen Fakultät an der Uni­ver­sität Wien. In diesem Jahr erk­lärte er öffentlich seinen Aus­tritt aus der katholis­chen Kirche. (Mehr zu sein­er Vita bei Wikipedia!)

Im Jahr 2008 erschien an der Evan­ge­lis­chen Fakultät der LMU München eine Habil­i­ta­tion­ss­chrift mit dem Titel: »Jah­we als Wet­ter­gott. Stu­di­en zur althe­bräis­chen Kult­lyrik anhand aus­gewählter Psalmen«:
www.at1.evtheol.uni-muenchen.de/forschung/projekte/daten/mueller_jahwe.html

Siehe auch bei Heinz-Wern­er Kub­itza: Der Dog­men­wahn – Schein­prob­leme der The­olo­gie. Tec­tum Ver­lag, Mar­burg 2015, 393 S. Hier S. 133ff

28 Rolf Bergmeier: Schat­ten über Europa – Der Unter­gang der antiken Kul­tur. Alib­ri Ver­lag, Aschaf­fen­burg 2012, 2. Auflage, 291 S., hier S. 8.

Eine sachkundi­ge Zusam­men­fas­sung der zen­tralen Aus­sagen des Buch­es von Bergmeier bietet die fol­gende Inter­net­seite:

Teil 1: www.cognitiveagent.org/2015/01/06/christliches-abendland-eine-legende-nachbetrachtungen-zum-buch-von-r-bergmeier/

Teil 2: www.cognitiveagent.org/2015/01/09/christliches-abendland-eine-legende-nachbetrachtungen-zum-buch-von-r-bergmeier-teil‑2/

Im Human­is­tis­chen Presse­di­enst berichtet Bernd Kam­mer­meier über einen Vor­trag von Rolf Bergmeier, in dem dieser zen­trale The­sen sein­er his­torischen Stu­di­en vortrug:
Ende eines Mythos:
www.hpd.de/node/17791

29 Siehe z. B. Hartwig Weber: Lexikon Reli­gion. Rowohlt Taschen­buch, Rein­bek bei Ham­burg 2001, hier Stich­wort Chris­ten­ver­fol­gung.

30 Siehe z. B. Karl­heinz Deschn­er, Krim­i­nalgeschichte des Chris­ten­tums, 2. Band: Die Spä­tan­tike. Hier z. B. 4. bis 7. Kapi­tel. Siehe Anm. 15!

Zu Karl­heinz Deschn­er, geb. 1924, ist zu sagen, dass er wohl der bekan­nteste europäis­che Kirchen­his­torik­er und ‑kri­tik­er ist. Bei aller religiös­er bzw. ide­ol­o­gis­ch­er Geg­n­er­schaft wird er den­noch auch von katholis­chen und evan­ge­lis­chen The­olo­gen als Quelle zitiert, da die Zuver­läs­sigkeit sein­er Doku­men­ta­tio­nen prinzip­iell auch von ihnen nicht in Frage gestellt wird. Eben­so wie das 1962 erschienene Werk »Aber­mals krähte der Hahn« gilt seine »Krim­i­nalgeschichte des Chris­ten­tums« vie­len als Stan­dard­w­erk der Kirchengeschichte.

31 Karl­heinz Deschn­er: Krim­i­nalgeschichte des Chris­ten­tums: 6. Band, 6. Kapi­tel, S. 381–382. Siehe Anm. 15!

32 Wal­ter Kauf­mann: Der Glaube eines Ket­zers. Szczes­ny Ver­lag, München 1965, 431 S. (Über­set­zung aus dem Amerikanis­chen); hier S. 83.

33 Gun­nar Hein­sohn: Lexikon der Völk­er­morde. Rowohlt Taschen­buch, Rein­bek bei Ham­burg 1998, 469 S. Hier Stich­wort Kreuz­züge. (Her­vorzuheben ist bei diesem Lexikon die disku­tierte Vor­sicht und Sen­si­bil­ität bei der Mit­teilung von Zahlen!)

34 Hans Küh­n­er: Tabus der Kirchengeschichte – Notwendi­ge Wand­lun­gen des Urteils. 2. Auflage, Nürn­berg 1965. Zitiert nach Joachim Kahl: Das Elend des Chris­ten­tums. Rowohlt Taschen­buch, Rein­bek bei Ham­burg 1993, über­ar­beit­ete und erweit­erte Neuaus­gabe, 223 S., hier S. 38.

35 Karl­heinz Deschn­er: Krim­i­nalgeschichte des Chris­ten­tums, Band 7, S. 264. Siehe Anm. 15!

36 Wal­ter Nigg: Das Buch der Ket­zer. Dio­genes Ver­lag AG, Zürich 1986, 594 S., hier Seite 263ff. (Die Erstaus­gabe erschien im Artemis Ver­lag, Zürich 1949.)

37 Karl­heinz Deschn­er: Krim­i­nalgeschichte, Band 7, S. 262f. Siehe Anm. 15!

38 Karl­heinz Deschn­er: Krim­i­nalgeschichte, Band 7, S. 268. Siehe Anm. 15!

39 Karl­heinz Deschn­er: Krim­i­nalgeschichte, Band 7, S. 271. Siehe Anm. 15!

40 Immer­hin rang sich Papst Paul II. in ein­er umfänglichen Schrift »Erin­nern und Ver­söh­nen: die Kirche und die Ver­fehlun­gen in ihrer Ver­gan­gen­heit« zu dem Eingeständ­nis durch, dass die Kirche Ver­fehlun­gen began­gen habe, für die er sich, wenn auch in verk­lausuliert­er Form und in lan­gen Tex­ten fast ver­steckt, entschuldigt. Abruf­bar von den Seit­en www.vatican.va unter Eingabe der Stich­worte »Tag der Verge­bung« in das aufzu­rufende Such­feld. Hier der direk­te Link:
www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/cti_documents/rc_con_cfaith_doc_20000307_memory-reconc-itc_ge.html

41 Lexikon der Völk­er­morde, Stich­wort »Hex­en­ver­fol­gung«. (Siehe Anm. 33!) Dort auch The­ma­tisierung des Prob­lems der Schätzung der tat­säch­lichen Opfer­zahlen. Eine aus­führliche Behand­lung der The­matik bietet Wikipedia eben­falls unter dem Stich­wort »Hex­en­ver­fol­gung«.

42 Wal­ter Nigg: Das Buch der Ket­zer (siehe Anm. 36!), hier Seite 341ff. / Horst Her­rmann: Sex und Folter in der Kirche – 2000 Jahre Folter im Namen Gottes. Basser­mann Ver­lag, München 2009, 363 S.

43 Spiegel Online Panora­ma vom 11.03.2010: Exorzist des Pap­stes – Teufel­szeug im Vatikan:
www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/exorzist-des-papstes-teufelszeug-im-vatikan-a-683075.html

Deutsch­land­funk, Beitrag vom 30.01.2014: Die Rück­kehr des Satans:
www.deutschlandfunk.de/exorzismus-die-rueckkehr-des-satans.886.de.html?dram:article_id=276027

44 Uta Ranke-Heine­mann: Nein und Amen – Mein Abschied vom tra­di­tionellen Chris­ten­tum. Heyne Ver­lag, München 2002, 5., ergänzte Neuau­flage, 446 S., hier S. 87–88 (mit genauer Angabe der Infor­ma­tion­squellen) und weit­er S. 89–90. Klaus Kühlwein: Warum der Papst schwieg. Pius XII. und der Holo­caust. Pat­mos Ver­lag, Düs­sel­dorf 2008, 246 S. Kühlwein stützt sich u. a. auf Aus­sagen des Beauf­tragten für das Seligsprechungsver­fahren von Papst Pius XII., Pater Peter Gumpel SJ.

45 »Der Spiegel«, 231998, Titelgeschichte: Gottes willige Voll­streck­er:
www.spiegel.de/spiegel/print/d‑7897629.html

46 Siehe z. B. Lexikon der Völk­er­morde, 1998, Stich­wort: Indi­an­er 1492 bis heute. (Siehe Anm. 33!)

47 Bar­tolomé de la Casas: Kurzge­faßter Bericht von der Ver­wüs­tung der Westindis­chen Län­der. Neu her­aus­gegeben und kom­men­tiert von Hans Mag­nus Enzens­berg­er, Insel Taschen­buch 553, 1966, 153 S.

Wer sich umfassender über die ver­heeren­den Fol­gen christlich­er Mis­sion­sar­beit informieren möchte, sei ver­wiesen auf das umfan­gre­iche Werk von Gert von Paczen­sky: Ver­brechen im Namen Christi – Mis­sion und Kolo­nial­is­mus, Knaus Ver­lag, München 1991. Der vom Fernse­hen bekan­nte Jour­nal­ist beschreibt in einem außeror­dentlich detail­re­ichen und peni­bel doku­men­tierten Buch, was an Unfass­barem und Unglaublichem im Namen dieser Reli­gion weltweit und bis heute angerichtet wurde.

48 Con­quista und Mis­sion: Ereig­nis, Gedenk­feiern und Filme zum Quin­to Cen­te­nario, 1997, hier S. 21. Veröf­fentlichun­gen der Katholis­chen Akademie Schw­erte, hsg. von Udo Zelin­ka. ISBN 3–927382–16–7. Das Doku­ment ist auch über die Haupt­abteilung Bil­dung im Erzbis­chöflichen Gen­er­alvikari­at, Abteilung Medi­en­ar­beit des Erzbis­tum Köln erhältlich.

49 Zeitung »Die Welt« vom 15.05.2007 »Indi­an­er sind verärg­ert über den Papst«:
www.welt.de/politik/article873781/Indianer-sind-veraergert-ueber-den-Papst.html

50 Joachim Kahl: Das Elend des Chris­ten­tums. Rowohlt Taschen­buch, Rein­bek bei Ham­burg 1993, über­ar­beit­ete und erweit­erte Neuaus­gabe, 223 S., hier S. 43f. Das Buch wurde 2014 im Tec­tum Ver­lag in 3. Auflage neu her­aus­gegeben, ergänzt durch ein neues Vor­wort und ein beacht­enswertes Inter­view mit dem Autor.

Siehe aber auch Karl­heinz Deschn­er: Aber­mals krähte der Hahn – Eine kri­tis­che Kirchengeschichte von den Anfän­gen bis zu Pius XII. Hans E. Gün­ther Ver­lag, Stuttgart 1968, 727 S., 3. Auflage, hier S. 442–464.

51 Gerd Lüde­mann: Das Unheilige in der Heili­gen Schrift – Die dun­kle Seite der Bibel. Zu Klam­p­en Ver­lag, Springe 2004, 3. Auflage, 136 S. (Taschen­buch); hier Kap. 3, ins­bes. S. 111–119. Uta Ranke-Heine­mann: Nein und Amen – Mein Abschied vom tra­di­tionellen Chris­ten­tum. Heyne Ver­lag, München 2002, 5., ergänzte Neuau­flage, 446 S. (Taschen­buch); hier z. B. Kapi­tel 8, 9 und 13.

52 Wal­ter Laque­ur: Gesichter des Anti­semitismus – Von den Anfän­gen bis heute. Ull­stein Buchver­lage, Berlin 2008, 247 S.

53 Hans Küng: Christ sein. Piper Ver­lag, München und Zürich 1983, 11. Auflage, 676 S., hier S. 160.

54 Dirk Ver­hof­s­tadt: Pius XII. und die Ver­nich­tung der Juden. Alib­ri Ver­lag, Aschaf­fen­burg 2013, 450 S.

Siehe auch das Inter­view mit dem Autor beim Human­is­tis­chen Presse­di­enst, 11.07.2013:

»Pius XII. war ein Fei­gling«:
www.hpd.de/node/16379

55 Dieser Text ist Teil eines Briefes, in dem Ade­nauer sehr deut­liche Kri­tik an den Bis­chöfen und dem Klerus übt unter anderem wegen ihres Schweigens angesichts der Ver­brechen des Hitler-Regimes:
www.konrad-adenauer.de/dokumente/briefe/1946–02–23-brief-custodis

56 Doku­men­tiert z. B. in: Karl­heinz Deschn­er: Aber­mals krähte der Hahn, hier S. 461f. (siehe Anm. 50). Auch in: Ger­hard Czer­mak: Chris­ten gegen Juden. Ham­burg 1997, S. 338–39 oder Joachim Kahl: Das Elend des Chris­ten­tums, S. 51 (siehe Anm. 50). Der Text ist im Inter­net leicht zu find­en durch wörtlich­es Eingeben in Anführungsze­ichen der ersten Worte.

57 Mar­tin Sasse (Hrsg.): Mar­tin Luther über die Juden: Weg mit ihnen! Sturmhut-Ver­lag, Freiburg 1938. Das Buch ist nicht mehr erhältlich, allen­falls in Uni­ver­sitäts­bib­lio­theken ein­se­hbar. Zur Zeit ein­er früheren Auflage des vor­liegen­den Buch­es waren über das Inter­net Titel­blatt und Vor­wort als Kopie des Orig­i­nals zugänglich.

58 Epikur63: Die Kirchen und der Nation­al­sozial­is­mus:
freierblick.wordpress.com/2012/06/17/die-kirchen-und-der-Nationalsozialismus/

Wolf­gang Kloster­halfen: Mor­den mit Gott – Hitlerverehrung und Kriegshet­ze von deutschen Kirchen­führern: www.reimbibel.de/Kirche-im-Dritten-Reich.htm

59 Der Text dieses von Papst Johannes XXIII. den Juden gewid­me­ten Gebets ste­ht auf ein­er Schrifttafel in der Wern­er-Kapelle in Bacharach. Im Inter­net zu find­en z. B. unter den Adressen:
de.wikipedia.org/wiki/Wernerkapelle_(Bacharach)
www.bacharach.mittelrhein.net/rhein/wernerkapelle/index.html

60 Berlin­er Mor­gen­post: Viele Juden in Deutsch­land erleben Vorurteile und Het­ze. Von Neon­azis, radikalen Mus­li­men – aber auch aus der Mitte der Gesellschaft, 28.11.2017:
www.morgenpost.de/politik/article212670869/Du-Jude-So-waechst-der-Antisemitismus-in-Deutschland.html

Frank­furter Neue Presse: Ver­fas­sungss­chutz warnt vor zunehmender Juden­feindlichkeit von Migranten in Deutsch­land, 15.11.2017:
www.fnp.de/nachrichten/politik/Verfassungsschutz-warnt-vor-zunehmender-Judenfeindlichkeit-von-Migranten-in-Deutschland;art673,2825139

BR24: Anfein­dun­gen gegen Juden — Anti­semitismus zunehmend von mus­lim­is­ch­er Seite, 31.01.2017:
www.br.de/nachrichten/anfeindungen-gegen-juden-antisemitismus-zunehmend-von-muslimischer-seite-100.html

Zeitschrift Cicero: Mus­lim­is­ch­er Anti­semitismus – „Es gibt ein großes Gewalt­poten­zial“, 27.12.2017:
www.cicero.de/kultur/antisemitismus-muslime-israel-palaestina-antiozionismus-judenhass

Die Welt: Zahl der anti­semi­tis­chen Delik­te in Deutsch­land steigt:
www.welt.de/politik/deutschland/article168436745/Zahl-der-antisemitischen-Delikte-in-Deutschland-steigt.html

Berlin­er Tagesspiegel: Wie gefährlich sind die mus­lim­is­chen Anti­semiten? 11.12.2017:
www.tagesspiegel.de/politik/proteste-gegen-israel-in-berlin-wie-gefaehrlich-sind-die-muslimischen-antisemiten/20697882.html

61 Auf diese Fälschung macht Wern­er Kub­itza in seinem Buch »Der Jesuswahn« (siehe Anm. 11) aufmerk­sam. Er wiederum ver­weist auf Karl­heinz Deschn­er, der dies bemerk­te. Den ursprünglichen Luther-Text kann man z. B. auch im Spiegel-Pro­jekt Guten­berg nach­le­sen (Samuel 2, Kap. 12, Vers 31): gutenberg.spiegel.de/buch/5560/10

62 Es lohnt sich, unter den kennze­ich­nen­den Begrif­f­en im Inter­net zu recher­chieren. Auch wenn selb­stver­ständlich Inter­net-Infor­ma­tion­squellen bezüglich Ver­lässlichkeit bzw. Wahrheits­ge­halt mit Vor­sicht zu betra­cht­en sind, gilt den­noch, dass sie min­destens inter­es­sante Aspek­te ansprechen, die man selb­st weit­er ver­fol­gen und ver­i­fizieren kann. In vie­len Fällen stößt man dann auf Orig­i­nalquellen und Orig­i­nalzeug­nisse, die von ser­iösen wis­senschaftlichen Insti­tu­tio­nen ins Netz gestellt wer­den. Schließlich ist auf einen unschätzbaren Vorteil des Inter­nets zu ver­weisen: Das Inter­net unter­ste­ht – anders als Rund­funk und Fernse­hen – nicht der Mitkon­trolle der Kirche oder ihr treu Ergeben­er. Trotz­dem ist auch hier Vor­sicht geboten, so ist z. B. das Inter­net-Lexikon Wikipedia nicht frei von »Reini­gungsver­suchen« fun­da­men­tal­is­tisch eingestell­ter Chris­ten.

Wer einen Überblick bekom­men möchte, wie die Kirche zu ihrem Reich­tum gekom­men ist und über welchen Reich­tum sie ver­fügt, rufe fol­gende Inter­net­seite auf:
www.freie-christen.com/reichtum_der_kirche_ist_blutgeld.html

Selb­st wenn so manch­es in dieser Auf­stel­lung unge­nau oder gar falsch sein mag, schließlich sind viele dies­bezügliche Unter­la­gen schw­er oder gar nicht mehr zugänglich. An der Grun­daus­sage, dass die Kirche über die Jahrhun­derte sich auf unredliche bis krim­inelle Art an Hab und Gut ander­er Men­schen bere­ichert hat, daran kann kein Zweifel beste­hen.

63 Siehe Anmerkung 40!

64 Katholis­che Kirche und Miss­brauch: Kein Ende in Sicht. Warum es der katholis­chen Kirche so schw­er­fällt, Miss­brauch einzugeste­hen. Süd­deutsche Zeitung Panora­ma, 25.07.2017:
www.sueddeutsche.de/panorama/missbrauch-in-der-katholischen-kirche-warum-es-der-katholischen-kirche-so-schwerfaellt-missbrauch-einzugestehen‑1.3593107

Chronik der Miss­brauchsskan­dale in der Katholis­chen Kirche. Spiegel Online, 26.01.2015:
www.spiegel.de/panorama/chronik-der-missbrauchsskandal-in-der-katholischen-kirche-a-1012711.html

Studie zu sex­uellem Miss­brauch – Erschreck­ende Analyse der katholis­chen Kirche offen­bart einen Blick in den Abgrund. Focus 27.06.2016:
www.focus.de/wissen/videos/studie-zu-sexuellem-missbrauch-erschreckende-analyse-der-katholischen-kirche-offenbart-einen-blick-in-den-abgrund_id_5672257.html

Kirche ver­schanzt sich hin­ter Ver­jährung. Human­is­tis­ch­er Presse­di­enst, 07.07.2010:
www.hpd.de/node/9871

Sex­u­alther­a­peut im Inter­view “Die katholis­che Kirche zieht Pädophile an”. Stern, 10.02.2010:
www.stern.de/panorama/stern-crime/sexualtherapeut-im-interview–die-katholische-kirche-zieht-paedophile-an–3893270.html

65 Siehe z. B. die Auto­bi­ogra­phie des The­olo­gen David Berg­er, Anm. 19!

66 Friedrich Wil­helm Graf: Reli­gion und Gewalt – Mord als Gottes­di­enst. Frank­furter All­ge­meine Zeitung, 07.08.2014:
www.faz.net/aktuell/feuilleton/religion-und-gewalt-mord-als-gottesdienst-13084596.html

67 Zitiert nach Wal­ter Kauf­mann: Der Glaube eines Ket­zers (siehe Anm. 32), S. 89.

68 »Unbe­fleck­te Empfäng­nis« und »Jungfrauenge­burt« sind für mich bizarre Beispiele für the­ol­o­gis­che Kon­struk­tio­nen. Nach­fol­gend zwecks näher­er Erläuterung wörtliche Auszüge aus Wikipedia und Kath­pe­dia.

Wikipedia: Die »Unbe­fleck­te Empfäng­nis« ist ein römisch-katholis­ches Glaubens­dog­ma, nach der die Gottes­mut­ter Maria vor jedem Makel der Erb­sünde bewahrt wurde. Damit habe Gott Maria vom ersten Augen­blick ihres Lebens an vor der Sünde bewahrt, weil sie Mut­ter Gottes wer­den sollte. Dieses Dog­ma ist von der Jungfrauenge­burt zu unter­schei­den. Es bezieht sich nicht auf die Empfäng­nis Jesu, son­dern auf die sein­er Mut­ter Maria, die auf natür­liche Weise von ihren Eltern Anna und Joachim gezeugt, emp­fan­gen und geboren wurde. Es sagt nichts aus über das Tun ihrer Eltern, son­dern über ein Han­deln Gottes an Maria, und macht keine moralis­che Aus­sage, son­dern eine Glauben­saus­sage. … Die »Jungfrauenge­burt« Jesu Christi gehört seit dem 2. Jahrhun­dert zum Apos­tolis­chen Glaubens­beken­nt­nis, »… emp­fan­gen durch den Heili­gen Geist, geboren von der Jungfrau Maria …«. Die evan­ge­lis­chen Kirchen betra­cht­en diese Lehre als unwesentlich für den christlichen Glauben oder lehnen sie als unbib­lisch ab. Die Human­bi­olo­gie schließt eine Zeu­gung ohne männlich­es Sper­ma (Partho­genese) beim Men­schen aus.

Kath­pe­dia: Das Frei­sein von der Erb­sünde war für Maria ein unver­di­entes Geschenk Gottes und ein Aus­nah­mege­setz, das nur ihr gewährt wurde. Die Wirkur­sache der »Unbe­fleck­ten Empfäng­nis« Mariens ist der allmächtige Gott. … Die »Unbe­fleck­te Empfäng­nis« ist ein Dog­ma. Papst Pius IX. verkün­dete am 8. Dezem­ber 1854 als von Gott geof­fen­barte und darum von allen Gläu­bi­gen fest und stand­haft zu glaubende Lehre: »Die selig­ste Jungfrau Maria wurde im ersten Augen­blick ihrer Empfäng­nis durch ein einzi­gar­tiges Gnadengeschenk und Vor­recht des allmächti­gen Gottes im Hin­blick auf die Ver­di­en­ste Christi Jesu, des Erlösers des Men­schengeschlecht­es, rein von jedem Makel der Erb­schuld bewahrt.«

69 Joseph Ratzinger: Ein­führung in das Chris­ten­tum. Kösel Ver­lag, München 2005, 5. Auflage, 366 S., hier S. 255ff.

70 Friedrich Chris­t­ian Delius: Ihre Ref­or­ma­tion haben Sie vergeigt, Herr Luther. Frank­furter All­ge­meine Zeitung, 29.10.2016:
plus.faz.net/feuilleton/2016–10–29/9fobxxjz0w6gpph6a0gj70v/?gepc=s3 oder auf den Inter­net-Seit­en des Autors:
www.fcdelius.de/widerreden/ihre_reformation_haben_sie_vergeigt.html

Die Argu­men­ta­tion ist aus­führlich­er dargestellt in dem Taschen­buch

Friedrich Chris­t­ian Delius: Warum Luther die Ref­or­ma­tion versem­melt hat – Eine Stre­itschrift. Rowohlt Taschen­buch Ver­lag Rein­bek bei Ham­burg, 2017, 63 S. (Anmerkung: Man störe sich nicht an dem humor­voll-iro­nis­chen Ton, den der Autor in einem fik­tiv­en Inter­view mit Luther bisweilen anschlägt. Die eigentliche Bewe­is­führung erfol­gt ern­sthaft und streng sach­lich.)

Zu Hin­ter­grund und mod­ern­er Deu­tun­gen der Erb­sünde durch die heutige The­olo­gie siehe auch:

Heinz-Wern­er Kub­itza: Der Dog­men­wahn – Schein­prob­leme der The­olo­gie. (Siehe Anm. 27). Hier S. 271ff.

71 Kurt Flasch: Warum ich kein Christ bin. Siehe Anmerkung 10! Hier S. 197f.

Eine Rezen­sion dieses Buch­es von mir hier:
www.amazon.de/gp/customer-reviews/R16BURCUCDQ5QG/ref=cm_cr_arp_d_rvw_ttl?ie=UTF8&ASIN=3406673481

72 Einige Erläuterun­gen zu den Auf­fas­sun­gen Augusti­nus‘ zur Hölle und zur Vorhölle z. B. bei Wikipedia:
de.wikipedia.org/wiki/Augustinus_von_Hippo sowie
de.wikipedia.org/wiki/Limbus_(Theologie)

Zu den Höl­len­vorstel­lun­gen in den ver­schiede­nen Reli­gio­nen siehe bei Wikipedia unter dem Stich­wort »Hölle«!

73 Uta Ranke-Heine­mann: Nein und Amen – Mein Abschied vom tra­di­tionellen Chris­ten­tum. Heyne Ver­lag, München 2002, 5., erg. Neuau­fl., 446 S., hier S. 343 und S. 336.

74 Kat­e­chis­mus der kathol. Kirche, 1993, Texte 1033 und 1035, S. 295. Siehe Anm. 6!

75 Kat­e­chis­mus der kathol. Kirche, 1993, Texte 643, S. 198, und 660, S. 203. Siehe Anm. 6!

76 Gerd Lüde­mann in einem län­geren Inter­view in der Zeitung »Neues Deutsch­land« am 30.03.2013. »Am Anfang war die Vision, keine erweck­te Leiche«. Siehe:
www.neues-deutschland.de/artikel/817251.am-anfang-war-die-vision-keine-erweckte-leiche.html

77 Mehr dazu z. B. bei Karl­heinz Deschn­er: Aber­mals krähte der Hahn. Gün­ther Ver­lag Stuttgart, 1968, 3. Aufl., 727 S. Hier S. 106f.

Heinz-Wern­er Kub­itza: Der Jesuswahn. Tec­tum Ver­lag Mar­burg, 2011, 382 S. Hier beson­ders S. 180f.

Siehe auch »Schein­tod am Kreuz«. »Der Spiegel«, 132013:
www.spiegel.de/spiegel/print/d‑91675524.html

Wie schon im 18. Jahrhun­dert allein mit den Mit­teln der Logik der Ham­burg­er Gym­nasial­pro­fes­sor Her­mann Samuel Reimarus die Aufer­ste­hungs­geschichte als in sich völ­lig wider­sprüch­lich und unglaub­haft ent­larvte, ist in dem fol­gen­den kurzen Beitrag, erschienen im Human­is­tis­chen Presse­di­enst, nachzule­sen:
www.hpd.de/artikel/aechz-14312

78 Siehe Spiegel-Online »Unter Got­t­losen«, 05.06.2012:
www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/atheisten-gottlose-fordern-moral-monopol-der-kirche-heraus-a-835692.html

Bedeu­tung von Reli­gion in Deutsch­land 2017, 2015 ‚2012, 2011, 2008. FOWID, 19.06.2017:
fowid.de/meldung/bedeutung-religion-deutschland-2017–2015–2012–2011–2008

79 Jür­gen Henkel: »Ist Jesus nicht aufer­standen, ist unsere Predigt verge­blich«. evangelisch.de, 31.03.2013:
www.evangelisch.de/inhalte/80557/31–03–2013/ist-jesus-nicht-auferstanden-ist-unsere-predigt-vergeblich

80 Kat­e­chis­mus der katholis­chen Kirche, 1993, Texte 1992, S. 515, und 964, S. 278. Siehe Anm. 6!

81 Zitiert nach Uta Ranke-Heine­mann: Nein und Amen – Mein Abschied vom tra­di­tionellen Chris­ten­tum, S. 376. Siehe Anm. 73!

82 Kat­e­chis­mus der Katholis­chen Kirche, 1993; siehe Anm. 6. Der Wort­laut dieses Kurz­textes ist in der Aus­gabe 2005 völ­lig verän­dert wor­den. Die Auf­fas­sung der katholis­chen Kirche, dass die Todesstrafe unter bes­timmten Bedin­gun­gen zuläs­sig sei, wird jet­zt in Kurz­text 2267 behan­delt.

83 Hartwig Weber: Lexikon Reli­gion, Rowohlt Taschen­buch, Rein­bek bei Ham­burg 2001. Text an dieser Stelle mod­i­fiziert dem Stich­wort Abendmahl ent­nom­men.

84 Siehe z. B. Karl­heinz Deschn­er: Aber­mals krähte der Hahn (s. Anm. 28), hier S. 75f.
Heinz-Wern­er Kub­itza: Der Jesuswahn (s. Anm. 77), hier S. 239f.

Chris­ten­tum: Alles nur geklaut. der Fre­itag – Das Mei­n­ungsmedi­um (Josef Aug­stein), 04.04.2010:
www.freitag.de/autoren/hermanitou/christentum-alles-nur-geklaut

Wikipedia wid­met der The­matik mehrere Artikel.

85 Uta Ranke-Heine­mann, S. 384. Siehe Anm. 7!

86 Karl-Heinz Kohl: Das unbekan­nte Chris­ten­tum. Beitrag in der »Frank­furter All­ge­meinen Zeitung« vom 14.08.2007, S. 7.
www.faz.net/aktuell/politik/die-gegenwart‑1/glaube-religion-kirche-das-unbekannte-christentum-1459209.html

Kohl ist Eth­nologe an der Uni­ver­sität Frank­furt. Das Zitat von Por­phyrius ist aus Adolf von Har­nack: Die Mis­sion und Aus­bre­itung des Chris­ten­tums in den ersten drei Jahrhun­derten, 4. Auflage, 1924, S. 248, dort Anm. 1. (Angaben nach ein­er per­sön­lichen Mit­teilung des Autors K.-H. Kohl.)

87 Nor­bert Copray (Hrsg.): Baustelle Chris­ten­tum – Glaube und The­olo­gie auf dem Prüf­s­tand. Matthias-Grünewald-Ver­lag, Oberursel 2009, 221 S.

Klaus-Peter Jörns: Notwendi­ge Abschiede – Auf dem Weg zu einem glaub­würdi­gen Chris­ten­tum. Güter­slo­her Ver­lagshaus, 2004, 5. Auflage, 412 S.

88 Joseph Ratzinger: Jesus von Nazareth – Vom Einzug in Jerusalem bis zur Aufer­ste­hung, Band II. Herder Ver­lag, 2011, 368 S.

89 Man beachte die zweifache Bedeu­tung des Wortes Apoka­lypse, nach Duden Fremd­wörter­buch:
1. Schrift in der Form ein­er Abschied­srede, eines Tes­ta­ments o. Ä., die sich mit dem kom­menden (schreck­lichen) Wel­te­nende befasst (z. B. die Offen­barung des Johannes im Neuen Tes­ta­ment).
2. Unter­gang, Grauen, Unheil.

90 Michael Schmidt-Salomon in einem Inter­view zu seinem Roman “Stoll­bergs Infer­no”:
www.humanist.de/kultur/literatur/religion/salomon.html

91 Hier sei erin­nert an die Büch­er von Kahl, u.a. an den Weltbest­steller »Das Elend des Chris­ten­tums« (1968), das 2014 wieder aufgelegt wurde und Ranke-Heine­mann »Nein und Amen – Mein Abschied vom tra­di­tionellen Chris­ten­tum«. Von den Büch­ern von Lüde­mann sei ver­wiesen auf »Der große Betrug« und »Der echte Jesus«; von Flasch auf »Warum ich kein Christ bin«. Zu den Büch­ern von Lüde­mann und Flasch siehe auch meine Rezen­sio­nen beim Buch­versender Ama­zon. Sehr emp­fohlen sei die erst in den let­zten Jahren erschienene Trilo­gie von Heinz-Wern­er Kub­itza: »Der Jesuswahn«, »Der Dog­men­wahn« und »Der Glaubenswahn«; siehe dazu die Rezen­sio­nen beim Buch­versender Ama­zon.

Der Philosoph Her­bert Schnädel­bach, Hum­boldt-Uni­ver­sität Berlin, erregte einst großes Auf­se­hen durch seinen Auf­satz »Der Fluch des Chris­ten­tums – Die sieben Geburts­fehler ein­er alt gewor­de­nen Wel­tre­li­gion. Eine kul­turelle Bilanz nach zweitausend Jahren«:
www.zeit.de/2000/20/200020.christentum_.xml

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Phil Zuck­er­man, Luke W. Galen, Frank L. Pasquale: „The Non­re­li­gious. Under­stand­ing sec­u­lar poe­ple and soci­eties.“ New York: Oxford Uni­ver­si­ty Press, 2016, 327 Seit­en. ISBN: 978–0–19–992494–3.

Was wis­sen wir über säku­lare Men­schen? Das Buch „The Non­re­li­gious“ von Phil Zuck­er­mann, Luke W. Galen und Frank L. Pasquale set­zt einen Meilen­stein in der Darstel­lung der The­men, Prob­leme und Ergeb­nisse der Forschun­gen über säku­lare Men­schen und Kul­turen. Das Buch behan­delt ein bish­er ver­nach­läs­sigtes Forschungs­ge­bi­et, das Anwach­sen der Anteile von Nicht-Religiösen in der Welt – so Carsten Frerk in ein­er aus­führlichen inhaltlichen Besprechung dieses Buch­es. fowid, 10.01.2017:
www.fowid.de/meldung/was-wissen-wir-ueber-saekulare-menschen

92 Von der Exis­tenz von Engeln als per­son­ale und unsterbliche geistige Wesen und ihrer Funk­tion im Him­mel und auf Erden ist z. B. im katholis­chen Kat­e­chis­mus (1993 und 2005) an vie­len Stellen die Rede. Siehe z. B. Kurz­texte 350–351, S. 121, oder Kurz­texte 328–330, S. 116f. Siehe Anm. 6!

93 Was vom Men­schen bleibt. Der Spiegel, 152007, Titelgeschichte, 07.04.2007:
www.spiegel.de/spiegel/print/d‑51132266.html

94 Die Zeitschrift »dies­seits« des »Human­is­tis­chen Ver­band Deutsch­lands« stellte ihr Heft 1, 2012 unter das Mot­to »Gehört Spir­i­tu­al­ität zum Men­schen?«. Fern­er sei auf vier Texte von Joachim Kahl ver­wiesen, erre­ich­bar über seinen Inter­ne­tauftritt. In der Rubrik »Texte« find­en sich Beiträge, die sich mit dem The­ma Spir­i­tu­al­ität befassen:
www.kahl-marburg.privat.t‑online.de.

95 Ger­hard Szczes­ny: Die Zukun­ft des Unglaubens, 195859 (siehe Anm. 1), S. 149.

96 Dalai-Lama: Die Welt in einem einzi­gen Atom – Meine Reise durch Wis­senschaft und Bud­dhis­mus. The­seus Ver­lag, Berlin 2005, 240 S., hier S. 9.

97 Rede von Papst Benedikt XVI. an der Uni­ver­sität Regens­burg, gehal­ten am 12.09.2006 anlässlich seines Besuch­es in Bay­ern. Abruf­bar von den Seit­en www.vatican.va unter Eingabe der Stich­worte »Glaube Ver­nun­ft Regens­burg 2006« in das aufzu­rufende Such­feld. Hier der direk­te Link:
w2.vatican.va/content/benedict-xvi/de/speeches/2006/september/documents/hf_ben-xvi_spe_20060912_university-regensburg.html

Eine i. d. Z. sehr erhel­lende Auseinan­der­set­zung liefert Hans Albert in seinem Buch: Joseph Ratzingers Ret­tung des Chris­ten­tums – Beschränkun­gen des Ver­nun­ft­ge­brauchs im Dien­ste des Glaubens. Alib­ri Ver­lag, Aschaf­fen­burg 2008, 126 S.

98 Der for­male Grund der Nich­tun­terze­ich­nung der Men­schen­recht­skon­ven­tion durch den Vatikan ist, dass der Vatikan nicht Mit­glied des Europarats ist. Die Frage ist, warum er nicht Mit­glied ist. Erfüllt er nicht die Merk­male eines demokratis­chen Staates?

99 Dat­en zusam­mengestellt aus den Schriften:

Klaus-Peter Jörns: Die neuen Gesichter Gottes – Was die Men­schen heute wirk­lich glauben. 2. Auflage, Beck Ver­lag, München 1999, 267 S., hier vor allem S. 234–263, und Albrecht Rademach­er und Klaus-Peter Jörns: Antworten von Pfar­rerin­nen und Pfar­rern der Evan­ge­lis­chen Kirche in Berlin-Bran­den­burg sowie von Berlin­er The­olo­gi­es­tu­den­ten.

Klaus-Peter Jörns und Carsten Große­holz (Hrsg.): Was die Men­schen wirk­lich glauben – Die soziale Gestalt des Glaubens – Analy­sen ein­er Umfrage. Chr. Kaiser Güter­slo­her Ver­lagshaus, Güter­sloh 1998, hier S. 195–257 und 287–332.

100 Uwe Schmidt: Wider­stand gegen die Zumu­tun­gen des Glaubens – Ein Gemein­dep­far­rer und seine ganz per­sön­liche Kirchengeschichte. Teia Ver­lag, Berlin 2010, 177 S.
www.amazon.de/Widerstand-gegen-die-Zumutungen-Glaubens/dp/3942151480/ref=cm_cr_srp_d_product_top?ie=UTF8

Siehe auch meine Rezen­sion zu diesem Buch:
www.amazon.de/product-reviews/3942151480/ref=acr_dpproductdetail_hist_5?ie=UTF8&filterByStar=five_star&showViewpoints=0

Rein­hold Miller: »Gott ein Geschöpf des Men­schen – Mein Weg vom tra­di­tionellen Glauben zur Wirk­lichkeit ohne Gott«, Olms Ver­lag, Hildesheim 2011, 296 S., 2. Aufl.
www.amazon.de/Gott-Gesch%C3%B6pf-Men­schen-tra­di­tionellen-Lebens­berichte/d­p/3487084805

101 Bedeu­tung von Reli­gion in Deutsch­land 2017, 2015, 2012, 2011, 2008. FOWID-Studie vom 19.06.2017:
www.fowid.de/meldung/bedeutung-religion-deutschland-2017–2015–2012–2011–2008

EKD-Studie – Deutsche ver­lieren ihren Glauben an Gott. Die Welt, 06.03.2014:
www.welt.de/politik/deutschland/article125486308/Deutsche-verlieren-ihren-Glauben-an-Gott.html

102 Jugend und Reli­gion – Ergeb­nisse der 17. Shell Jugend­studie. Human­is­tis­ch­er Presse­di­enst, 15.06.2016:
www.hpd.de/artikel/ergebnisse-17-shell-jugendstudie-13207

Shell Deutsch­land (Hrsg.): Jugend 2015 – Eine prag­ma­tis­che Gen­er­a­tion im Auf­bruch. S. Fis­ch­er Ver­lag, Frank­furt a. M. 2015, 447 S.
17. Shell Jugend­studie Jugend 2015. Zusam­men­fas­sung, hier S. 30
www.shell.de/ueber-uns/die-shell-jugendstudie/multimediale-inhalte/_jcr_content/par/expandablelist_643445253/expandablesection_1535413918.stream/1456210063290/ace911f9c64611b0778463195dcc5daaa039202e320fae9cea34279238333aa4/shell-jugendstudie-2015-zusammenfassung-de.pdf

103 Drei Vier­tel der Berliner­In­nen mit human­is­tis­ch­er Leben­sauf­fas­sung. Human­is­tis­ch­er Presse­di­enst, 07.06.2016:
www.hpd.de/artikel/drei-viertel-berlinerinnen-humanistischer-lebensauffassung-13171

104 Der Human­is­tis­che Presse­di­enst berichtete am 19.12.2007 von ein­er Studie über 328 im Inter­net veröf­fentlichte Predigten. Danach bilde­ten in 75 % der Fälle nur 5 der 66 Büch­er der Bibel die Grund­lage der Predigten. Allen voran das Lukas-Evan­geli­um, dann fol­gten die drei übri­gen Evan­ge­lis­ten und schließlich noch das 1. Buch Mose (Gen­e­sis), aus dem aber nur aus 10 der ins­ge­samt 50 Kapi­tel zitiert wird. – Es ist erstaunlich, wie wenig offen­bar das »Buch der Büch­er« geistige bzw. geistliche Anre­gung liefert! Bericht über die Studie unter:
www.hpd.de/node/3490

105 Dick Swab, Pro­fes­sor für Neu­ro­bi­olo­gie an der Uni­ver­sität Ams­ter­dam und ein­er der führen­den inter­na­tionalen Hirn­forsch­er, erk­lärt in seinem Buch »Wir sind unser Gehirn – Wie wir denken, lei­den und lieben«, Knaur Taschen­buch, 2013, hier S. 367, wie das sog. Damaskus-Erleb­nis des Paulus ver­mut­lich zu ver­ste­hen ist. Er bezieht sich dabei auch auf die bib­lis­chen Beschrei­bun­gen der eksta­tis­chen Erfahrun­gen des Paulus in der Apos­telgeschichte 9,3–9 und im 1. Korinther­brief 2,1–9.

Blick ins Gehirn bei Hal­luz­i­na­tio­nen. www.scinexx.de Wis­senschafts­magazin, 14.08.2017:
www.scinexx.de/wissen-aktuell-21765–2017–08–14.html

Gott sitzt im Gehirn. gottunddiewelt.net, 07.12.2015. (Mit weit­eren Ver­weisen):
www.gottunddiewelt.net/2015/12/07/gott-sitzt-im-gehirn/

106 Aus­führlich­er behan­dele ich diese The­matik in dem Beitrag »Christliche Werte – Sind sie ›christlich‹ und was sind sie ›wert‹«, in »frei­denker – Zeitschrift für Frei­denker, Human­is­ten und Athe­is­ten« (Öster­re­ich), 2014, Heft 1. Der Text ist auch online zugänglich:
www.warum-ich-kein-christ-sein-will.de/aktuelles/

Siehe auch: Wer­te­ori­en­tierung junger Europäer 2017. fowid, 08.05.2017. In der Befra­gung von 16- bis 26-Jähri­gen in sieben Län­dern Europas wurde u. a. die Wichtigkeit von per­sön­lichen bzw. gesellschaftlichen Werten ermit­telt. Die eigene Fam­i­lie (80 %) und Fre­unde (70 %) sind die Spitzen­werte. Die Reli­gion wird zweimal auf dem unter­sten Rang­platz eingestuft, ein­mal auf Rang 13 von 15:
www.fowid.de/meldung/werteorientierung-junger-europaeer-2017

107 Die Autoren Bug­gle, Deschn­er, Lüde­mann, Mynarek oder Schmidt-Salomon bericht­en in ihren Schriften von mas­siv­en Ein­grif­f­en in die Mei­n­ungs­frei­heit seit­ens der Ver­ant­wortlichen im deutschen Fernse­hen. So wer­den Beispiele beschrieben, wo wieder­holt zuge­sagte Fernse­hauftritte im aller­let­zten Moment unter faden­scheini­gen Begrün­dun­gen abge­sagt wer­den, hohe Kirchen­vertreter es ablehnen, mit kirchenkri­tis­chen Teil­nehmern zusam­men in Talk­shows aufzutreten (mit der Folge natür­lich, dass Let­ztere aus­ge­laden wur­den!), bere­its fer­tiggestellte kirchenkri­tis­che Sendun­gen auf Druck des lei­t­en­den Redak­teurs (der ganz offen­bar seine Weisun­gen wiederum von ihm über­ge­ord­neter Stelle empf­ing!) wieder aus dem vorge­se­henen Pro­gramm genom­men wur­den, mas­siv­er Druck von bis­chöflich­er Seite auf Ver­lage aus­geübt wird, Büch­er bes­timmter Autoren bzw. Inhalte nicht zu ver­legen. Es mag sein, dass sich in let­zter Zeit das Ver­hal­ten der Ver­ant­wortlichen etwas gelock­ert hat. Möglicher­weise bedi­ent man sich aber nur raf­finiert­er­er Meth­o­d­en, z. B. in Form der höchst ein­seit­i­gen Zusam­menset­zung ein­er Talk­show oder durch Vor­gaben an den Mod­er­a­tor, bes­timmte The­men zu mei­den oder bes­timmte Mei­n­un­gen »abzuwür­gen«.

Hohe fach­liche Kom­pe­tenz ist oft gepaart mit dem Mut, eine eigene, vom »main­stream« abwe­ichende Mei­n­ung zu äußern. Ich gebe die Hoff­nung nicht auf, dass die Anzahl solch­er Köpfe auch in den Redak­tio­nen der staatlichen und pri­vat­en Sender zunimmt.

Auf welche ger­adezu per­fide Art und Weise große und führende west­deutsche Zeitun­gen wie »Süd­deutsche Zeitung«, »Die Zeit«, »Der Spiegel« u. a., die Kirchen sowieso, damals das Buch von Karl­heinz Deschn­er »Aber­mals krähte der Hahn« bei dessen Erscheinen 1962 totschwiegen, ver­leumde­ten oder dessen Inhalt ver­dreht­en, kann man in seinem Vor­wort zur zweit­en und drit­ten Auflage nach­le­sen.

108 Titelschlagzeile der Berlin­er Tageszeitung »die tageszeitung« (taz) vom 19.08.2005.

109 Reli­gion­szuge­hörigkeit­en in Deutsch­land 2016. FOWID, 04.09.2017:
www.fowid.de/meldung/religionszugehoerigkeiten-deutschland-2016

110 Kirchenaus­tritte:

Jahr Evan­gel. Kirche Kathol. Kirche Gesamtzahl
2010 145.240 181.193 326.433
2011 141.497 126488 267985
2012 138.195 118.335 256.530
2013 176.551 178.805 355.356
2014 270.003 217.716 487.719
2015 211.264 181.925 393.189
2016 190.000 162.093 352.093

Quelle: www.fowid.de/meldung/kirchenaustritte-evangelische-und-katholische-kirche

Auswirkun­gen des Skan­dals um Tebartz-van Elst – Kirchenaus­tritte drastisch gestiegen. Süd­deutsche Zeitung, 07.11.2013:
www.sueddeutsche.de/panorama/auswirkungen-des-skandals-um-tebartz-van-elst-kirchenaustritte-drastisch-gestiegen‑1.1812459

Tebartz-van Elst, 2008–2014 katholis­ch­er Bischof von Lim­burg. Ist sein­erzeit durch seine Ver­schwen­dungssucht aufge­fall­en, die ihn schließlich das Amt kostete.

111 Vierte EKD-Erhe­bung. Die Infor­ma­tio­nen über die Ergeb­nisse waren früher abruf­bar unter:
www.ekkw.de/angebote/img/img_eigene/ge_Kirche_Kultur.pdf.

Die Adresse ist nicht mehr gültig. Die fol­gende aktuelle EKD-eigene Seite www.ekd.de/kmu_4_ekd.html ver­spricht zwar eine PDF-Datei, die aber eben­falls nicht mehr aufruf­bar ist. Über Google sind keine offiziellen Ergeb­nis­berichte mehr nach­weis­bar. Lediglich eine Buchveröf­fentlichung gibt einen aus­führlichen Bericht:

Kirche in der Vielfalt der Lebens­bezüge: Die vierte EKD-Erhe­bung über Kirchen­mit­glied­schaft, her­aus­gegeben von Peter Steinack­er,‎ Wolf­gang Huber,‎ Johannes Friedrich:
www.amazon.de/Kirche-Vielfalt-Lebensbez%C3%BCge-EKD-Erhe­bung-Kirchen­mit­glied­schaft/d­p/3579055275

112 Fün­fte EKD-Erhe­bung. Engage­ment und Indif­ferenz. Kirchen­mit­glied­schaft als soziale Prax­is.

aktuell.evangelisch.de: Ero­sion der Tra­di­tion: Die Kirche und ihre Mit­glieder:
www.evangelisch.de/inhalte/92922/06–03–2014/erosion-der-tradition-die-kirche-und-ihre-mitglieder
www.evangelisch.de/themen/kirchenmitgliedschaftsuntersuchung

113 Berlin hat etwa 3,4 Mio. Ein­wohn­er, davon waren laut ein­er EMNID-Umfrage Anfang 2016 ca. 9 % katholisch, 21 % evan­ge­lisch, 61 % kon­fes­sions­frei. Laut ein­er Mel­dung des Berlin­er Tagesspiegels vom 05.01.2018 mit Bezug auf eine Sen­atsmit­teilung beträgt der Anteil der evan­ge­lis­chen Ein­wohn­er jet­zt nur noch 16 %. Daraus fol­gt (16 + 9 = 25), dass nur noch jed­er vierte Berlin­er Mit­glied ein­er der bei­den großen Kirchen ist.

Siehe z. B. auch: Reli­gions- und Weltan­schau­ung­sun­ter­richt, Berlin, 2017/2018; 23.01.2018:
www.fowid.de/meldung/religions-und-weltanschauungsunterricht-berlin-20172018

114 Detlef Pol­lack: Rück­kehr des Religiösen? Stu­di­en zum religiösen Wan­del in Deutsch­land und Europa II. Ver­lag Mohr Siebeck, Tübin­gen 2009, 367 S.

Aktueller ist die Studie von FOWID: Kirch­lich­es Leben — katholis­che und evan­ge­lis­che Kirche 1990 und 2015; vom 03.11.2016:
www.fowid.de/meldung/kirchliches-leben-katholische-und-evangelische-kirche-1990-und-2015-node3126

115 Ein ger­adezu bahn­brechen­des Werk mit außeror­dentlich vie­len Details und Quel­len­nach­weisen zur Finanzierung ange­blich rein kirch­lich­er Leis­tun­gen durch Staat und Sozialka­ssen ist das Buch des Poli­tolo­gen Carsten Frerk: Vio­let­tbuch Kirchen­fi­nanzen – Wie der Staat die Kirchen finanziert. Alib­ri Ver­lag, Aschaf­fen­burg 2010, 270 S.

Man recher­chiere auch mal selb­st im Inter­net unter den Stich­worten »Kirche Finanzen«! Dabei wird man schnell fest­stellen, dass die nicht-kirch­lichen Quellen wesentlich infor­ma­tiv­er sind.

116 Franz Bug­gle: Denn sie wis­sen nicht, was sie glauben – Oder warum man redlicher­weise nicht mehr Christ sein kann. Alib­ri Ver­lag, Aschaf­fen­burg 2004, 445 S.

117 Karen Duve in ihrem Essay »Welt ohne Gott – Ein Plä­doy­er wider den Glauben«. »Der Spiegel«, 142009, S. 142–143. Siehe ggfs.im kosten­los nutzbaren Spiegel-Archiv!
www.spiegel.de/spiegel/print/d‑64845729.html

118 Die Attribuierung »kirchen­fre­undlich« oder »kirchen­nah« wird in Kom­mentaren von nicht weni­gen Staat­srechtlern benutzt. Erwäh­nenswert i. d. Z. ist, dass derzeit von keinem Richter des Bun­desver­fas­sungs­gerichts bekan­nt ist, dass er weltan­schaulich in Dis­tanz zur christlichen Lehre stünde (bei immer­hin mehr als einem Drit­tel kon­fes­sions­freier Bürg­er in Deutsch­land). Eben­falls bemerkenswert ist, dass bish­er acht Bun­desver­fas­sungsrichter höch­ste katholis­che Orden für »Ver­di­en­ste um die katholis­che Kirche« erhiel­ten.

119 Der fol­gende Fly­er fasst die wesentlichen Punk­te der Kam­pagne Ger­Dia (Gegen religiöse Diskri­m­inierung am Arbeit­splatz) zusam­men:
www.giordano-bruno-stiftung.de/sites/gbs/files/download/gerdia-flyer.pdf

Achtung!
Nach Fer­tig­stel­lung des Buch­manuskripts entsch­ied der Europäis­che Gericht­shof, dass die Kon­fes­sion von Bewer­bern bei kirch­lichen Arbeit­ge­bern nicht bei jed­er Stelle ein Auss­chlusskri­teri­um sein darf. Es muss ein Abwä­gen zwis­chen kirch­lich­er Selb­st­bes­tim­mung und dem Recht des Bewer­bers erfol­gen:

EuGH-Urteil – Dür­fen jet­zt auch Athe­is­ten für die Kirche arbeit­en? Spiegel Online, 17.04.2018:
www.spiegel.de/karriere/eugh-was-bedeutet-das-urteil-zur-konfession-a-1203324.html

Kirche muss Anforderun­gen an Bewer­ber stärk­er begrün­den. EKD – Evan­ge­lis­che Kirche in Deutsch­land, 17.04.2018:
www.ekd.de/michael-heinig-eugh-kirchliches-arbeitsrecht-34169.htm

Hier die Stel­lung­nahme der Sprecherin der Kam­pagne Ger­Dia, Ingrid Matthäus-Maier, zu dem EuGH-Urteil:
www.giordano-bruno-stiftung.de/meldung/eugh-urteil-arbeitsrecht

Man mache sich im Inter­net unter den Stich­worten »Kirch­lich­es Arbeit­srecht« und »Kündi­gung« bzw. »Ein­stel­lung« oder ver­wandten Begrif­f­en sachkundig. Wem diese Prob­lematik neu ist, wird erschüt­tert fest­stellen, welche Son­der­rechte sich die Kirchen über die Jahrzehnte, vor allem mit Hil­fe kirch­en­ergeben­er Poli­tik­er von CDU, CSU, SPD und FDP, angeeignet haben. Nach­fol­gend mehr zu den juris­tis­chen und poli­tis­chen Hin­ter­grün­den:

Inter­view mit Ingrid Matthäus-Maier zur neuen EKD-Loy­al­ität­srichtlin­ie – Kirch­lich­es Arbeit­srecht: “Bei­de Kirchen bewe­gen sich nur mil­lime­ter­weise”. Human­is­tis­ch­er Presse­di­enst, 20.04.2017:
www.hpd.de/artikel/beide-kirchen-bewegen-sich-frage-des-kirchlichen-arbeitsrechts-nur-millimeterweise-14329

Kirch­lich­es Arbeit­srecht – Europäis­ches Rechtsgutacht­en stellt Ein­stel­lungspoli­tik religiös­er Arbeit­ge­ber in Frage. Human­is­tis­ch­er Presse­di­enst, 17.11.2017:
www.hpd.de/artikel/europaeisches-rechtsgutachten-stellt-einstellungspolitik-religioeser-arbeitgeber-frage-15000

Arbeit­srecht – Kon­fes­sion ste­ht als Jobkri­teri­um bei kirch­lichen Trägern in Frage. Süd­deutsche Zeitung, 09.11.2017:
www.sueddeutsche.de/karriere/arbeitsrecht-kirchliche-traeger-muessen-bewerber-anderer-konfessionen-zulassen‑1.3741918

Neuester Stand: Sep­tem­ber 2018:
Ein neues Urteil des Europäis­chen Gericht­shofs vom Sep­tem­ber 2018 hat das Kirch­liche Arbeit­srecht weit­er eingeschränkt. Die Ent­las­sung eines wiederver­heirateten Che­farztes kann eine Diskri­m­inierung sein:

www.welt.de/wirtschaft/article181491540/EuGH-Urteil-Katholische-Kirche-diskriminierte-offenbar-Chefarzt-weil-er-katholisch-ist.html

www.sueddeutsche.de/karriere/eugh-urteil-kirche‑1.4125091

120 Hoimar von Dit­furth: Wir sind nicht nur von dieser Welt – Natur­wis­senschaft, Reli­gion und die Zukun­ft des Men­schen. Hoff­mann und Campe Ver­lag, Ham­burg 1981, 340 S.

121 Ger­adezu per­fek­tion­iert hat­ten sein­erzeit Kar­di­nal Karl Lehmann (bis 2008 Vor­sitzen­der der Deutschen Bischof­skon­ferenz) und Bischof Wolf­gang Huber (bis 2009 Ratsvor­sitzen­der der Evan­ge­lis­chen Kirche in Deutsch­land) die Kun­st, bei aktuellen Anlässen (Ter­ro­ran­schlä­gen, Erd­beben, Flutkatas­tro­phen, großen Unglücks­fällen etc.) prob­lema­tis­che the­ol­o­gis­che Fra­gen (z. B. Gottes unerk­lär­liche Gle­ichgültigkeit anlässlich ein­er großen Katas­tro­phe) zu disku­tieren und zu »beant­worten«. Sie führten in vielfach erprobter Dik­tion vor, wie man mit­tels hochgetrieben­er Abstrak­tion, vager Begrif­flichkeit, the­ol­o­gisch schwammiger Aus­druck­sweise und nichtssagen­der Floskeln, bei gele­gentlich sog­ar freimütig eingeräumter eigen­er Rat­losigkeit, jede noch so heik­le Sit­u­a­tion aus christlich-the­ol­o­gis­ch­er Sicht so zerre­den kann, dass man als Hör­er oder Leser schließlich eben­so rat­los das­tand. Man unterziehe sich bei solchen Gele­gen­heit­en der Mühe, Reden oder Texte der genan­nten Kirchen­män­ner oder heutiger Repräsen­tan­ten, beispiel­sweise Hein­rich Bed­ford-Strohm, derzeit Ratsvor­sitzen­der der Evan­ge­lis­chen Kirche Deutsch­land, auf ihren tat­säch­lichen seman­tis­chen Gehalt zu analysieren.

122 Alles so nachzule­sen z. B. im aktuellen Kat­e­chis­mus der katholis­chen Kirche (1993; nur ger­ingfügig geän­derte Neuau­flage 20032005), dem von Papst Johannes Paul II. und (dem dama­li­gen) Kar­di­nal Ratzinger her­aus­gegebe­nen verbindlichen Leit­faden des katholis­chen Glaubens. Siehe auch Anm. 6!

123 Sehr empfehlenswert ist ein Besuch der Inter­net­seit­en »Ein­führung in den Athe­is­mus – Unglauben für Anfänger von Volk­er Dittmar. Es gibt wohl wenige Seit­en im Inter­net, die sich so gründlich und auch orig­inell mit der Reli­gion bzw. der Ungläu­bigkeit befassen:
www.atheismus-info.de

Desweit­eren sei auch auf eine weit­ere Inter­net­seite von Volk­er Dittmar ver­wiesen, auf der er sein Buch vorstellt: »Der unglaubliche Glauben«:
www.der-unglaubliche-glauben.de/uber.html

124 Als ich Dit­furths Buch kurz nach dessen Erscheinen 1981 las und irri­tiert war von den hier kri­tisch zitierten Pas­sagen, war ich von dem Wis­senschaftler Dit­furth sehr ent­täuscht, hielt aber immer noch die Möglichkeit für gegeben, dass ich mich irrte und Dit­furth nicht ver­standen hätte. Eine im Rah­men der Abfas­sung des vor­liegen­den Buch­es erneute Lek­türe ließ in mir aber die Überzeu­gung wach­sen, dass Dit­furths hier kri­tisch zitierte Posi­tio­nen für mich nicht akzept­abel sind. Zu mein­er Genug­tu­ung ent­deck­te ich in Bug­gles Buch »Denn sie wis­sen nicht, was sie glauben«, das ich im Zuge der Erstel­lung meines Buch­es in die Hände bekam, eben­falls eine ganz klare, noch wesentlich dif­feren­ziert­er begrün­dete Bestä­ti­gung mein­er hier geäußerten, schon damals emp­fun­de­nen Auf­fas­sung.

125 Heinz Zahrnt: Warum ich glaube – Meine Sache mit Gott. dtv Taschen­buch 1533, München 1980, 301 S., hier S. 120.

126 Chris­tel Gärtner/ Karl Gabriel/ Hans-Richard Reuter: Reli­gion bei Mei­n­ungs­mach­ern. Eine Unter­suchung bei Elite­jour­nal­is­ten in Deutsch­land. VS Ver­lag, Wies­baden 2012, 282 S. (Eine sozi­ol­o­gis­che Unter­suchung im Auf­trag der Ber­tels­mann-Stiftung.)

Rezen­sion beim Human­is­tis­chen Presse­di­enst, 10.05.2013:
www.hpd.de/node/15891

127 Papst Johannes Paul II. am Alber­tus-Grab. Ansprache an Wis­senschaftler und Stu­den­ten am 700. Todestag des Hl. Alber­tus Mag­nus, dem 15. Novem­ber 1980 im Köl­ner Dom. (Dort im 5. und 7. Absatz!):
gemeinden.erzbistum-koeln.de/st_andreas_koeln/albertusMagnus/Ansprache_Joh.Paul_II/

128 Wolf­gang Huber: Der christliche Glaube – Eine evan­ge­lis­che Ori­en­tierung. Güter­slo­her Ver­lagshaus, Güter­sloh 2008, 4. Auflage, 286 S., hier S. 195 und 196. Eine lesenswerte Rezen­sion dieses Buch­es von Carsten Wern­er ist über den Human­is­tis­chen Presse­di­enst ver­füg­bar:
www.hpd.de/node/5374

129 Inter­view mit Prof. Har­ald Lesch auf evangelisch.de »Ich bin vom Schei­t­el bis zur Sohle Protes­tant«:
www.evangelisch.de/inhalte/97869/12–01–2010/harald-lesch-ich-bin-vom-scheitel-bis-zur-sohle-protestant

130 Orthog­o­nal meint hier im über­tra­ge­nen Sinn, dass in der einen Kom­po­nente (Wis­senschaft bzw. Glauben) kein­er­lei Infor­ma­tion über die andere enthal­ten ist. So ste­hen ver­gle­ich­sweise die Dimen­sio­nen Bre­ite, Höhe, Tiefe eines Raums orthog­o­nal (rechtwin­klig) zueinan­der. In der Dimen­sion »Bre­ite« steckt kein­er­lei Infor­ma­tion über die »Tiefe« oder »Höhe«. Umgekehrt steckt auch in der »Höhe« kein­er­lei Infor­ma­tion über die »Bre­ite« oder »Tiefe« usw.

131 Heinz-Wern­er Kub­itza: Der Dog­men­wahn – Schein­prob­leme der The­olo­gie. Tec­tum Ver­lag, Mar­burg 2015, 393 S.

Eine Rezen­sion dieses Buch­es hier:
www.amazon.de/gp/customer-reviews/R1X22UPRYUPYY

Gehört die The­olo­gie an die Uni­ver­sität? Ein Beitrag im Berlin­er Tagesspiegel vom 23.04.2018
Astrid Her­bold: The­olo­gie als Wis­senschaft – Die Gottes­frage.
www.tagesspiegel.de/wissen/theologie-als-wissenschaft-die-gottesfrage/21201240.html

132 Klaus von Stosch: Ein­führung in die Sys­tem­a­tis­che The­olo­gie. Ver­lag Schön­ing, Pader­born 2009, 2. Auflage, 352 S., hier S. 137. Den Hin­weis auf Buch und Zitat ver­danke ich Bernd Vowinkels Auf­satz »Ist der Neue Athe­is­mus niveau­los?«, Juni 2010, auf den Seit­en der Gior­dano Bruno Stiftung, Region­al­gruppe Köln-Bonn-Düs­sel­dorf. Ein über­ar­beit­eter Text von April 2015 hier:
www.gbskoeln.de/ist-der-neue-atheismus-niveaulos/

133 Max Planck: Vorträge und Erin­nerun­gen. Wis­senschaftliche Buchge­sellschaft, Darm­stadt 1965, S. 13.

134 Die fol­gende Karikatur bringt sehr schön zum Aus­druck, wie die Geschichte mit einst unum­stößlichen Glauben­süberzeu­gun­gen umge­ht:
www.ibka.org/node/586

135 Das Ver­hält­nis von Wis­senschaft zu Reli­gion the­ma­tisiere ich in einem Beitrag für den Berlin­er Tagesspiegel vom 19.04.2012 unter: dem Titel: »Reli­gion und Wis­senschaft –Ein Riss durch die Welt«. Abruf­bar über:
www.tagesspiegel.de/wissen/religion-und-wissenschaft-ein-riss-durch-die-welt/6525890-all.html

136 Das von Bun­desmin­is­ter Heiko Maas erlassene und seit Jan­u­ar 2018 gültige sog. Net­zw­erk­durch­set­zungs­ge­setz wirkt Mei­n­ungs­frei­heit ein­schränk­end. Es soll Het­ze und sog. Fake-News unterbinden. Tat­säch­lich führt es nach bish­eri­gen Erfahrun­gen dazu, dass zum Beispiel auf Face­book in erster Lin­ie islamkri­tis­che und die Flüchtlingspoli­tik der Bun­desregierung kri­tisierende Beiträge gelöscht wer­den, unab­hängig davon, wie sach­lich die Argu­men­ta­tion erfol­gte.

Islamis­ten wer­den in Schutz genom­men, aber Kri­tik­er ges­per­rt. Die Welt, 03.11.2017:
www.welt.de/politik/deutschland/article170307616/Islamisten-werden-in-Schutz-genommen-aber-Kritiker-gesperrt.html

Net­zw­erk­durch­set­zungs­ge­setz – Was Sie über das Net­zDG wis­sen müssen. Zeit-Online, 04.01.2018:
www.zeit.de/digital/internet/2018–01/netzwerkdurchsetzungsgesetz-netzdg-maas-meinungsfreiheit-faq/komplettansicht

Neue Bla­m­age für Maas – Wis­senschaftlich­er Dienst: “Net­zw­erk­durch­set­zungs­ge­setz ver­fas­sungswidrig!” Recht­san­walt Joachim Niko­laus Stein­höfel, 2017:
www.steinhoefel.com/2017/06/neue-blamage-fuer-maas-wissenschaftlicher-dienst-netzwerkdurchsetzungsgesetz-verfassungswidrig.html

Bemerkenswert ist, dass das Net­zw­erk­durch­set­zungs­ge­setz nur von etwa 30 bis 60 Bun­destagsab­ge­ord­neten ver­ab­schiedet wurde.

Net­zDG – Die Beschlussfähigkeit des Bun­destags. Jura medi­al, 04.07.2017:
www.jura-medial.de/2017/07/netzdg-die-beschlussfaehigkeit-des-bundestags/#more-161

(Falls sich die Seite nicht öffnet, im ange­bote­nen Such­feld eingeben: Beschlussfähigkeit des Bun­destages)

Anmerkung: Selb­st wenn der Bun­destag auch bei so ein­er gerin­gen Beset­zung beschlussfähig sein sollte, so drängt sich doch der Ver­dacht auf, dass die große Mehrheit der Abge­ord­neten sich nicht an ein­er Geset­zge­bung beteili­gen wollte, die zu ein­er Ein­schränkung eines Grun­drechts (Artikel 5, Absatz 1) führt.

Dass führende Tageszeitun­gen in Deutsch­land die Zuwan­derung­sprob­lematik der let­zten Jahre eher unter den Gedanken der Bevor­mundung und Erziehung der Bevölkerung sahen, geht aus fol­gen­der Studie her­vor. Im Auf­trag der gew­erkschaft­sna­hen Otto-Bren­ner-Stiftung hat der Medi­en­wis­senschaftler Michael Haller mit der Uni­ver­sität Leipzig und der Ham­burg Media School eine umfan­gre­iche Analyse der Medi­en­berichter­stat­tung zur Flüchtlingskrise 2015 und 2016 erstellt.

ZeitOn­line: Flüchtlinge in den Medi­en – Mit dem Strom:
www.zeit.de/2017/30/fluechtlinge-medien-berichterstattung-studie

FAZ: Willkom­men­skul­tur – Wie Medi­en über die Flüchtlingskrise berichteten:
www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/fluechtlingskrise-so-berichteten-die-medien-15115172.html

137 Char­lie Heb­do – Sie wer­den täglich mit dem Tod bedro­ht. FAZ, aktu­al­isiert am 06.01.2018:
www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/drei-jahre-nach-dem-attentat-auf-charlie-hebdo-15373847.html

Bern­hard Walk­er: Reli­gion­skri­tik unter Polizeis­chutz. Badis­che Zeitung, 13.04.2018:
www.badische-zeitung.de/deutschland‑1/religionskritik-unter-polizeischutz–151518420.html

138 Die Illu­sion eines mod­er­at­en Islam – Indone­sien debat­tiert die Todesstrafe für Homo­sex­uelle: Der ein­stige poli­tis­che Hoff­nungsträger wird zum Menetekel. FAZ. 17.02.2018:
www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/die-illusion-eines-moderaten-islam-in-indonesien-15452912.html

Der Ver­fass­er obi­gen Artikels analysiert das Phänomen der Radikalisierung des Islam und die davon aus­ge­hen­den möglichen Gefahren für die Demokra­tien des West­ens. Der Beitrag macht deut­lich, mit welch­er Einäugigkeit bzw. Gle­ichgültigkeit die deutsche Poli­tik und die Medi­en in ihrer Mehrheit die These, dass der Islam zu Deutsch­land gehöre, hin­nehmen. Der Artikel ist inzwis­chen kostenpflichtig. Die Lek­türe sei den­noch aus­drück­lich emp­fohlen.

Bemerkenswert ist, dass Kirchen­mit­glieder offen­bar auch viel Kri­tik an den Repräsen­tan­ten ihrer Kirchen wegen ihrer nachgeben­den und beschwichti­gen­den Hal­tung gegenüber dem Islam äußern. Der fol­gende Brief eines katholis­chen Gläu­bi­gen an seinen Ham­burg­er Bischof scheint mir typ­isch zu sein:
philosophia-perennis.com/2018/02/25/islam-appeasement/

139 Michael Schmidt-Salomon: Die Gren­zen der Tol­er­anz – Warum wir die offene Gesellschaft vertei­di­gen müssen. Piper Ver­lag GmbH, München/Berlin 2016, 215 S.

Hier sei ins­beson­dere auf das Unterkapi­tel »Die ver­hin­derte Stre­itkul­tur und ihre Fol­gen« ver­wiesen (S. 55–66), in dem er zur Auseinan­der­set­zung mit dem poli­tis­chen Islam Stel­lung nimmt und für eine sehr klare Hal­tung im Sinne der Posi­tio­nen ein­er offe­nen Gesellschaft ein­tritt.

Julian Nida-Rümelin: Über Gren­zen denken – Eine Ethik der Migra­tion. Ham­burg 2017; 241 S.

Nida-Rümelin, Pro­fes­sor für Philoso­phie und poli­tis­che The­o­rie, betra­chtet die Prob­lematik der Migra­tion in einem größeren Zusam­men­hang, auch unter dem Aspekt des Zusam­men­tr­e­f­fens unter­schiedlich entwick­el­ter Kul­turen. Er macht in seinem schmalen Band, auch in ver­schiede­nen Zeitschriften-Beiträ­gen und Inter­views, sehr bemerkenswerte Vorschläge zur Migra­tionspoli­tik und zur Bewäl­ti­gung der damit zusam­men­hän­gen­den Prob­leme. Er legt dar, in welch­er Weise ethis­che Grund­sätze bei der Lösung der weltweit­en Migra­tionsprob­lematik lei­t­end sein soll­ten, und in welch­er Form diese in prak­tis­che Poli­tik umzuset­zen sind. Er spricht das ethis­che Dilem­ma an, in dem man sich befind­et angesichts der human­itären Verpflich­tung, Men­schen in Not zu helfen, ein­er­seits und der Begren­ztheit der Möglichkeit­en und Ressourcen und der eige­nen Bedürfnisse und legit­i­men Ansprüche ander­er­seits. Er legt aber auch dar, wie mit diesem Wider­spruch umzuge­hen ist. Insofern zeigt Nida-Rümelin, wie Ethik und Realpoli­tik miteinan­der verträglich gemacht wer­den kön­nen.

140 Uwe Lehn­ert: Die offene Gesellschaft und ihre Feinde – und ihre fehlen­den Fre­unde. Human­is­tis­ch­er Presse­di­enst, 13.06.2018:
www.hpd.de/artikel/offene-gesellschaft-und-ihre-feinde-und-ihre-fehlenden-freunde-15694

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Auf eine ins­ge­samt sehr lesenswerte und ver­ständlich geschriebene Trilo­gie neueren Datums sei abschließend ver­wiesen. Sie stellt anhand des aktuellen Forschungs­stands die Sit­u­a­tion der christlichen Lehre dar. Sie stammt aus der Fed­er des studierten The­olo­gen Heinz-Wern­er Kub­itza:

  1. Der Jesuswahn – Wie die Chris­ten sich ihren Gott erschufen. Die Entza­uberung ein­er Wel­tre­li­gion durch die wis­senschaftliche Forschung. Tec­tum Ver­lag, Mar­burg 2011, 382 S.
  2. Der Dog­men­wahn. Schein­prob­leme der The­olo­gie. Holzwege ein­er ange­maßten Wis­senschaft. Tec­tum Ver­lag, Mar­burg 2015, 393 S.
  3. Der Glaubenswahn. Von den Anfän­gen des religiösen Extrem­is­mus im Alten Tes­ta­ment. Tec­tum Ver­lag, Mar­burg 2017, 344 S.

Wer wenig Zeit hat und den­noch einen umfassenden Ein­blick in die christliche Lehre aus der Sicht eines ehe­ma­li­gen Jesuit­en erhal­ten möchte, sei auf fol­gen­des kleine, aber gewichtige Bänd­chen ver­wiesen:

Thomas Ebers­berg: Chris­ten­tum adieu! – Das leise Ster­ben eines Mythos. Books on Demand, 2014, 112 S.

Eine Rezen­sion dazu hier:
www.hpd.de/artikel/warum-christentum-stirbt-12737