Negative Buchkritiken

Natür­lich provoziert ein solch­es kri­tis­ches Buch auch ablehnende Stel­lung­nah­men. Das ist nicht nur legit­im son­dern gehört grund­sät­zlich zu ein­er sach­lichen Auseinan­der­set­zung.

Wie sich der Leser anhand der eingestell­ten Rezen­sio­nen auf den bei­den Ama­zon-Buch­seit­en für die 1. bis 5. sowie die 6. und 7. Auflage selb­st überzeu­gen kann, sind von den ablehnen­den Stel­lung­nah­men aber allen­falls drei oder vier so sub­stan­ti­iert, dass sie Grund­lage ein­er sach­lichen Auseinan­der­set­zung darstellen. Inter­es­sant ist, dass ins­beson­dere diese weni­gen neg­a­tiv­en Rezen­sio­nen andere Leser her­aus­ge­fordert haben, sich gegen diese Rezensen­ten zu wen­den. Im Ergeb­nis liegen derzeit weit über 1.000 (in Worten: tausend!) dies­bezügliche Diskus­sions­beiträge vor. Rezensent FMA, der mein Buch sehr kri­tisch betra­chtet hat, hat lei­der einen Großteil sein­er Auseinan­der­set­zun­gen mit ihm wider­sprechen­den Lesern wieder gelöscht.

Hier aus der Fed­er eines überzeugten Katho­liken eine der ganz weni­gen ablehnen­den Buchbe­sprechun­gen. Der allerd­ings wiederum eine Vielzahl von Kom­men­ta­toren wider­sprachen:

K. Bern­hard: Laufen auf sehr dün­nem Eis …

Nach­dem ich meine erste “Rezen­sion” nur auf Basis von eini­gen Lehn­ert-Inter­views geschrieben hat­te, ohne aber das Buch gele­sen zu haben, möchte ich nun tiefer ein­steigen und das Buch selb­st “unter die katholis­che Lupe” nehmen. Es bleibt bei einem Stern, ich möchte jedoch meinen Dank an Her­rn Prof. Lehn­ert zum Aus­druck brin­gen. Wir haben mit­tler­weile (hier auf Ama­zon) doch inten­siv “disku­tiert” soweit dies eben über die Ama­zon-Kom­mentare möglich ist. Er hat mir durch sein Buch und durch unsere Diskus­sio­nen gezeigt, wie Athe­is­ten denken und argu­men­tieren. Ich bin der Mei­n­ung, dass der reine Nat­u­ral­is­mus let­ztlich das BESTE Argu­ment FÜR den christlichen Glaube bietet, weil er ein­fach zu kurz greift (von daher müsste ich eigentlich 5 Sterne vergeben). Für mich ste­ht ohne den ger­ing­sten Zweifel fest: Athe­is­ten denken viel zu “kurz”, und genau deshalb erre­ichen sie — lei­der — die Ebe­nen des Glaubens, wie wir Chris­ten ihn ver­ste­hen, nicht.

Diese Rezen­sion ist noch nicht voll­ständig, sie “lebt” also und wird sukzes­sive erweit­ert und verbessert wer­den. Die Sei­t­e­nangaben beziehen sich auf die mir vor­liegende 5. Auflage.

Als begeis­tert­er Katho­lik möchte ich ver­suchen zu zeigen, warum Athe­is­ten ein­fach nicht zum Kern(!) der span­nend­sten The­matik dieser Erde — der Frage nach Gott — vor­drin­gen kön­nen. Zugle­ich ist mir in vie­len Diskus­sio­nen bewusst gewor­den, dass wir Chris­ten argu­men­ta­tiv wenig Chan­cen haben — hierin liegt also dur­chaus ein gewiss­er Wider­spruch. Wir haben aber nicht deshalb wenig Chan­cen, weil wir die schlechteren Argu­mente hät­ten — NEIN. Es liegt vielmehr daran, dass Athe­is­ten in kein­er Liebes­beziehung zu Gott leben und deshalb(!) nicht wis­sen, worüber Chris­ten sprechen, wenn sie über ihren Glauben sprechen. Das Argu­men­tieren muss also noch begleit­et wer­den durch die stärk­ste “Kraft” der Chris­ten — das Gebet für Athe­is­ten.

Ja, das Gebet! Es verbindet unser Herz direkt mit Gott — es zieht uns förm­lich in eine Liebes­beziehung mit Gott hinein und lässt uns erah­nen, wie wahr, schön und auch “logisch” die christlichen Glaubenssätze sind. Nat­u­ral­is­ten wie Herr Prof. Lehn­ert beze­ich­nen unseren Glauben gerne als einen “Kinder­glauben” und belächeln ihn aus ihrer intellek­tuellen Per­spek­tive. Sie sehen einen Wider­spruch zwis­chen der mod­er­nen Natur­wis­senschaft und diesem “Kinder­glauben”, der sich beispiel­sweise aus­drückt in ein­er Jungfrauenge­burt, in Wun­dern, im Erlö­sungstod und der Aufer­ste­hung Jesu Christi, in der realen(!) Gegen­wart Jesu Christi in der heili­gen Eucharistie, in Him­mel und Hölle und in vielem mehr! Zu diesem Vor­wurf des “Kinder­glaubens” möchte ich gerne aus dem Buch “Licht der Welt” (Papst Benedikt XVI.) zitieren.

Der Inter­view­er Peter See­wald sagt zu Papst Benedikt:

Der Philosoph Robert Spae­mann wurde ein­mal gefragt, ob er, ein inter­na­tion­al renom­miert­er Wis­senschaftler, denn wirk­lich daran glaube, dass Jesus von ein­er Jungfrau geboren wurde und Wun­der wirk­te, dass er vom Tod aufer­standen sei und man mit ihm ewiges Leben erhalte. Dies wäre doch ein richtiger Kinder­glaube. Der 83-jährige Philosoph antwortete. “Wenn Sie so wollen, gewiss. Ich glaube unge­fähr das­selbe, was ich als Kind geglaubt habe — nur dass ich inzwis­chen mehr darüber nachgedacht habe. Das Nach­denken hat mich am Ende im Glauben immer bestärkt.”

See­wald weit­er: “Glaubt auch der Papst immer noch, was er als Kind geglaubt hat?”

Darauf Papst Benedikt XVI.:

Ich würde das ähn­lich sagen. Ich würde sagen: Das Ein­fache ist das Wahre — und das Wahre ist ein­fach […] Es ist eine Arro­ganz des Intellek­ts, dass wir sagen: Das hat etwas Wider­sprüch­lich­es, Unsin­niges in sich, schon deshalb ist es gar nicht möglich. Aber wie viele Möglichkeit­en der Kos­mos birgt und sich über und in dem Kos­mos ver­ber­gen — das zu entschei­den, ist nicht unsere Sache.” (Zita­tende)

Hal­ten wir also fest: Auf der einen Seite höchst intel­li­gente Nat­u­ral­is­ten, die den “Kinder­glauben” belächeln, auf der anderen Seite höchst intel­li­gente Gläu­bige, für die ihr (Kinder-)Glauben das wertvoll­ste Geschenk ihres Lebens ist, etwas, worauf sie ihr Leben, Denken und Han­deln begrün­den und dabei äußerst froh, glück­lich und dankbar sind — und das, wie soeben erwäh­nt, in absolutem Ein­klang mit ihrer her­aus­ra­gen­den Intel­li­genz und Ver­nun­ft!

Die Erk­lärung für diese bei­den fun­da­men­tal unter­schiedlichen Sichtweisen liegt einzig und allein in der Beziehung zu Gott und im Gebet.

–> Gläu­bige Men­schen erfahren, wie wun­der­bar (im wahrsten Wortsinne) Intel­li­genz, Ver­nun­ft, Wis­senschaft und Glauben zueinan­der passen; Glauben und Wis­sen sind unter­schiedliche, aber kom­ple­men­täre Wege zur Erken­nt­nis. Diese Erken­nt­nis kommt von Gott, sie ist, wie Chris­ten sagen, eine Gnade (also ein unver­di­entes Geschenk).

–> Nat­u­ral­is­ten sind dies­bezüglich vol­lkom­men “blind”.

Von daher ist es so unglaublich absurd, wenn Athe­is­ten bzw. Nat­u­ral­is­ten ein Buch gegen Gott, gegen den christlichen Glauben, gegen die Kirche und ihre Glaubenssätze schreiben. Sie investieren Zeit und Energie in ein The­ma, von dem sie (lei­der) nicht den blass­es­ten Schim­mer haben. Es wäre fast so, wie wenn ein Mann, der noch nie eine Frau geküsst hat und auch noch nie von der Liebe zu ein­er Frau über­wältigt wurde, ein Buch GEGEN die Schön­heit der Liebe schreiben würde.

Nun, Herr Pro­fes­sor Lehn­ert und so viele andere athe­is­tis­chen bzw. nat­u­ral­is­tis­chen Autoren ver­suchen es den­noch immer wieder — irgend­wie komisch und trau­rig zugle­ich.

Worin liegen nun die fun­da­men­tal­en bzw. strate­gis­chen Fehler in der Argu­men­ta­tion des Buch­es?

Falsche Def­i­n­i­tion von Glauben. Athe­is­ten denken, Glaube bedeute in etwa so viel wie “Ich glaube, dass wir an meinem näch­sten Geburt­stag wieder eine Son­nen­fin­ster­n­is haben wer­den.” Bei dieser “Alter­na­tive” gewin­nt immer die Natur­wis­senschaft und kein vernün­ftiger Men­sch bräuchte “glauben” (es wäre schlicht dumm). Diese grund­falsche Def­i­n­i­tion von “Glauben” zeigt sich auch an dem von Her­rn Prof. Lehn­ert ange­führten Schopen­hauer-Zitat (S. 357): “Glaube und Wis­sen ver­hal­ten sich wie zwei Schalen ein­er Waage: in dem Maße, als die eine steigt, sinkt die andere.”

–> Eine für den christlichen Glauben angemessene Def­i­n­i­tion kön­nte laut­en: Glaube = Liebes­beziehung mit einem per­son­alen Gott.

Es ist offenkundig, dass Athe­is­ten genau das nicht ver­ste­hen wollen und auch nicht kön­nen. Der christliche Glaube ent­fal­tet sich in ein­er Liebes-Beziehung zu Gott. Und diese ECHTE Beziehung schenkt eine Gewis­sheit, die die (immer nur vor­läu­fige) “Gewis­sheit” der Wis­senschaften (vgl. den Kri­tis­chen Ratio­nal­is­mus von POPPER) über­steigt.

Aus dieser falschen Glaubens-Def­i­n­i­tion fol­gt zwin­gend:

Fun­da­men­tal falsches Ver­ständ­nis vom Ver­hält­nis zwis­chen Wis­senschaft und Glauben (v.a. S. 354 ff.). Glaube und Wis­senschaft bilden eben ger­ade KEINE Gegen­sätze; im Falle “Wis­senschaft und Glauben” gibt es keinen Wider­spruch. So, wie es etwa keinen “Wider­spruch” gibt zwis­chen Ham­mer und Schrauben­zieher. Man kön­nte hier vielmehr von “Arbeit­steilung” sprechen und sich über die gegen­seit­ige Ergänzung freuen! Und dies ist z.B. auch ein Grund, warum auch lei­den­schaftliche Chris­ten so gerne lei­den­schaftliche Wis­senschaftler wer­den (wie zum Beispiel der bekan­nte Astro­physik­er Har­ald Lesch, der TOP-Physik­er Anton Zeilinger, der Math­e­matik-Prof. John Lennox und unendlich viele mehr).

–> Unvor­ein­genommene bzw. “Hard­core-Wis­senschaftler” wis­sen, dass die Natur­wis­senschaften die “Dimen­sio­nen” des Glaubens (im christlichen Ver­ständ­nis) method­isch gar nicht “erre­ichen” kön­nen. Oder anders for­muliert: wenn(!) sich die Wis­senschaftler an ihre Meth­o­d­en hal­ten, kön­nen sie dem Glauben gar nicht wider­sprechen.

Herr Prof. Lehn­ert erwäh­nt eben­falls den lei­den­schaftlichen Protes­tanten und Physik­er Har­ald Lesch. Seine Denkweise zeigt sich dann in fol­gen­der Frage überdeut­lich: Prof. Lehn­ert fragt sich: “Ist es frühkindliche Indok­tri­na­tion, von der er [Prof. Lesch] sich nicht befreien kann, ist es — was ich nicht unter­stellen mag — der Preis für eine ihm son­st nicht mögliche medi­ale Ent­fal­tungsmöglichkeit und öffentliche Anerken­nung…” (S. 358).

An dieser falschen Frage zeigt sich (erstens) dieses oben beschriebene falsche Glaubensver­ständ­nis sowie (zweit­ens) das vol­lkommene Unver­ständ­nis vom wahren Ver­hält­nis zwis­chen Wis­senschaft und Glauben. Herr Prof. Lehn­ert zitiert eben­falls den großen (nun­mehr heili­gen) Papst Joh. Paul II. Die “Schlussfol­gerun­gen” Prof. Lehn­erts zeigen dann ein weit­eres Mal sein fun­da­men­tales Unver­ständ­nis auf (S. 355).

Dabei ist es doch so ein­fach: Har­ald Lesch erk­lärt physikalis­che Sachver­halte auss­chließlich(!) und in ein­er genialen Weise physikalisch und darüber hin­aus gehende Sachver­halte aus der Per­spek­tive des Gläu­bi­gen. Er weiß eben von der “Arbeit­steilung” zwis­chen Wis­senschaft und Glauben — mit einem Schrauben­zieher kann ich, um im obi­gen Bild zu bleiben, nun mal keinen Nagel in die Wand schla­gen.

Doch lassen wir Har­ald Lesch selb­st sprechen, er sagt: “Wenn man ver­sucht, aus den Natur­wis­senschaften auf die Eigen­schaften von Gott zu schließen, dann kann das eigentlich immer nur schief gehen.” Und zum Argu­ment “Natur­wis­senschaft und Glaube schließen sich aus” sagt er “Fre­und, du hast keine Ahnung von Natur­wis­senschaft.” Dies sei eine Meth­ode, die sehr gut funk­tion­iere, aber sie lief­ere in erster Lin­ie ein Natur­bild, aber kein Welt­bild. Leuten, die meinen, dass der Glaube an Gott “Quatsch sei” ent­geg­net er “macht ihr mal, da bin ich ganz entspan­nt.”

Der leuch­t­end-schöne und kom­ple­men­täre Zusam­men­hang zwis­chen Wis­senschaft und Glauben ist mit den Hän­den zu greifen, wenn(!) man ver­ste­ht, was Glaube ist: So sagt etwa der TOP-Physik­er Zeilinger: “Mich hat ein­mal ein Jour­nal­ist gefragt, ob ich Agnos­tik­er bin oder Athe­ist. Da hab ich gesagt: Als Natur­wis­senschaftler bin ich Agnos­tik­er, weil ich natur­wis­senschaftlich Gott nicht beweisen kann. Aber als Men­sch bin ich wed­er Agnos­tik­er noch Athe­ist.”

Von daher möchte ich das Schopen­hauer-Zitat umfor­mulieren: “Glaube und Wis­sen ver­hal­ten sich wie die zwei Flügel eines Adlers, ohne die er wed­er abheben, noch in den Him­mel auf­steigen kann.”

Eine weit­ere (logis­che) Folge aus den oben erwäh­n­ten Denk­fehlern ist:

Es fehlen die wirk­lichen Expertenge­spräche, also die Gespräche mit Gläu­bi­gen, die in der oben erwäh­n­ten Liebes­beziehung leben. Auch die Heili­gen, die wahren “Meis­ter des Lebens”, hät­ten studiert wer­den müssen. Somit ist festzustellen, dass lei­der oft­mals falsche Fra­gen an die falschen “Experten” gestellt wor­den sind und deren “Antworten” als Argu­mente gegen den christlichen Glauben her­hal­ten mussten (Beispiel Opfer­tod, Erb­sünde, Theodizee-Frage u.v.m).

Ein Beispiel: “Wenn ich dann fragte, wie man als Men­sch des 21. Jahrhun­derts glauben könne, nur durch ein göt­tlich ver­an­lasstes Menschenopfer[sic!] gerettet zu wer­den, das vor seinem Tode gefoltert und dann auf die denkbar bru­tal­ste Art und Weise hin­gerichtet wurde, habe ich meis­tens nur in schweigende[sic!] Gesichter geblickt. Allen­falls kam als hil­flose, aber die christliche Lehre miss­in­ter­pretierende Reak­tion, ‚dass das alles nur symbolisch[sic!] zu ver­ste­hen sei‘” (S. 363).

Ein weit­eres Beispiel: Herr Prof. Lehn­ert zitiert aus dem Kat­e­chis­mus (Nr. 964) fol­gende Stelle: “Auch die selige Jungfrau ging den Pil­ger­weg des Glaubens. Ihre Vere­ini­gung mit dem Sohn hielt sie in Treue bis zum Kreuz, wo sie nicht ohne göt­tliche Absicht stand, heftig mit ihrem Einge­bore­nen litt und sich mit seinem Opfer in müt­ter­lichem Geist ver­band, indem sie der Dar­bringung des Schlach­topfers, das sie geboren hat­te, liebevoll zus­timmte…”

Er kom­men­tiert diese Stelle wie fol­gt: “Diesen let­zten .. Halb­satz muss man zweimal lesen, um ihn in sein­er Abar­tigkeit voll zu erfassen — oder sind meine Maßstäbe so völ­lig ‘ver­rückt’, dass ich nicht in der Lage bin, die Erhaben­heit dieser Worte zu begreifen?” (S. 293)

Nun, mir ging es so, dass ich den Kom­men­tar Lehn­erts zweimal lesen musste: Er find­et die Hal­tung der Hl. Maria, der Muttes Gottes “abar­tig” und fragt, ob seine Maßstäbe “ver­rückt” seien? Auch hier wieder ein Beispiel für falsche Fra­gen. Der Christ denkt fun­da­men­tal anders. Er kann dies ver­ste­hen, aber vielle­icht nicht auf den allerersten Blick. Maria wusste, dass ihr Sohn die Men­schen durch sein Leid erlösen wird, dass er sie ret­ten wird. Und dass er bei Gott sein wird. Natür­lich hat sie als Mut­ter auf das Äußer­ste mit­gelit­ten am grausamen Tod, wie es jede Mut­ter würde. Aber sie hat “liebevoll” zuges­timmt, so wie auch Jesus Chris­tus, der frei­willig und aus Liebe für uns am Kreuz gestor­ben ist; er hat die Sün­den der ganzen Men­schheit “bezahlt” — und nur er kon­nte es, weil er Gott sel­ber ist. Wer dies näher ver­ste­hen will, dem sei z.B. der gute Film “Die Pas­sion Christi” (von Mel Gib­son) emp­fohlen.

Ich empfehle auch gerne den youtube-Kurzvor­trag “Die ganze Bibel in 7 Minuten” von Dr. Johannes Hartl (super­ge­nial!). Und dieser span­nende Vor­trag zeigt beispiel­sweise auch, wie “weit weg” die Fra­gen von Her­rn Prof. Lehn­ert sind. Wer die Bibel mit staunen­dem und offen­em Herzen liest, spürt, dass sie VON GOTT ist, da gibt es nicht die ger­ing­sten Zweifel! Und genau — und nur — deshalb ist die Bibel das berühmteste Buch der Welt!

Der Irr-“Glaube”, man könne wis­senschaftlich-intellek­tuell die zen­tralen christlichen Glaubensin­halte wider­legen. Darin kann man immer nur scheit­ern. Lei­der — wie so oft in Büch­ern dieser Art — wer­den wis­senschaftliche Aus­sagen unzuläs­siger­weise mit nicht-wis­senschaftlichen Aus­sagen verknüpft und daraus unzuläs­sige Schlussfol­gerun­gen gezo­gen (Beispiel Evo­lu­tion­s­the­o­rie, Hirn­forschung etc.). So fällt man sich­er durch dünnes Eis in eiskaltes Wass­er …

Faz­it:

–> ein für überzeugte und informierte Chris­ten irrel­e­vantes Buch.

–> ein für “lauwarme”, zweifel­nde und wis­senschaft­s­the­o­retisch weniger geschulte Chris­ten höchst gefährlich­es Buch, da sie eventuell auf die falsche Fährte ver­führt wer­den kön­nten.

P.S.: WAS kann die Natur­wis­senschaft WISSENSCHAFTLICH ABGESICHERT (im Sinne Pop­pers) zur Gottes­frage (Exis­ten­zfrage) beitra­gen?

Lehn­ert: “Ob es über diese Wirk­lichkeit hin­aus noch eine weit­ere, uns unerkennbar bleibende jen­seit­ige Wirk­lichkeit gibt, von deren Exis­tenz der Glaube spricht, wird sich wohl nie klären lassen” (S. 61).

Herr Prof. Lehn­ert hat Recht, ver­weist dann allerd­ings dif­fus (zB S. 73, 81, 89) auf eine sog. “Welt­logik”, die die “All­t­agslogik” nun ein­fach über­steigen solle, da die “All­t­agslogik” in bes­timmten Bere­ichen ganz offenkundig nicht mehr greift. Das ist übri­gens ein klas­sis­ch­er Glaubenssatz. Die Wis­senschaftler rät­seln also — das ist gut und lässt “Platz” für Gott.

Der Christ dage­gen braucht — Gott sei Dank — keine irgend­wie geart­ete “Welt­logik”. Gott erk­lärt dies — und zwar viel bess­er.

Wie for­muliert der Math­e­matik-Pro­fes­sor John Lennox: “Eine Intel­li­genz [Gott] ist die BESTE abduk­tive Erk­lärung der Sit­u­a­tion, wo Zufall und Notwendigkeit die Sache nicht erk­lären kön­nen!”

Antwort des Autors auf eine frühere Kritik (5. Auflage) von K. Bernhard:

Lieber Herr Bern­hard,

ich muss ver­muten, dass Sie mein Buch gar nicht gele­sen haben. (Wie übri­gens noch mehr mein­er Kri­tik­er hier auf Ama­zon.) Sie wür­den sich dann mit wesentlicheren Argu­menten auseinan­der­set­zen und nicht auf neben­säch­liche philosophis­che Aspek­te auswe­ichen. Schade, dass Sie so wenig Überzeu­gen­des zu sagen haben zum Beispiel zu den inzwis­chen nachgewiese­nen durchgängi­gen Fälschun­gen und den vie­len fatal­en Wider­sprüchen im Neuen Tes­ta­ment — zur desas­trösen und blut­triefend­en Geschichte des Chris­ten­tums — zur Rolle Ihres ange­blich allmächti­gen und barmherzi­gen Gottes bei den kleinen und großen alltäglichen Katas­tro­phen — zu den intellek­tuellen Zumu­tun­gen des Glaubens, ob es sich dabei um die Erb­sünde oder das archais­che Men­schenopfer von Jesus oder die immer noch von vie­len The­olo­gen beschworene Hölle han­delt, wie auch immer sie heute gedeutet wird — zu den nicht zu vere­in­baren­den Erken­nt­nis­sen heutiger Natur­wis­senschaften mit den sog. Glaubenswahrheit­en. Wieso sprechen Sie so abschätzig von jenen Men­schen, die sich redlich um eine »glaub­hafte« Alter­na­tive zur Reli­gion bemühen. Ich spreche einem ehrlich gläu­bi­gen Chris­ten, der seinen Glauben auch wirk­lich lebt und Näch­sten­liebe tat­säch­lich prak­tiziert, meinen Respekt nicht ab.

Vielle­icht kön­nen Sie sich ja doch zu der Auf­fas­sung durchrin­gen, dass auch Nicht­gläu­bige moralisch denk­ende und ehrlich bemühte Men­schen sein kön­nen, die keines­falls behaupten, allein im Besitz der Wahrheit zu sein. Hät­ten Sie mein Buch gele­sen, wür­den Sie zu erken­nen geben, dass Men­schen Ihres Glaubens heute den Zweifel längst als ständi­gen Begleit­er ken­nen.

Ich bete nicht für Sie, wie Sie es für mich tun, weil ich von der Wirkungslosigkeit eines solchen Tuns überzeugt bin. (Über die Wirkung von Auto­sug­ges­tion haben wir ja schon an ander­er Stelle disku­tiert.) Ich hoffe aber, dass Sie sich irgend­wann einem ehrlichen Über­prüfen Ihrer Posi­tion nicht ver­schließen wer­den und erken­nen, dass auch andere Men­schen um ihr Welt­bild eben­so ehrlich rin­gen. Wer sich auf dem falschen Pfad befind­et, sagt uns die Bibel aber ganz gewiss nicht.

Mit fre­undlichen Grüßen
Uwe Lehn­ert